IG BAU - die tun was! (2010)


Kettensägen-Konzert gegen Sparpläne der Landesregierung

Über 700 Beschäftigte von ThüringenForst demonstrieren vor dem Thüringer Landtag

Lautstarker Protest der Forst-Beschäftigten vor dem Thüringer Landtag © IG BAU
Lautstarker Protest der Forst-Beschäftigten vor dem Thüringer Landtag © IG BAU
29.01.2010
Freitag, der 22. Januar, war kein guter Tag! Zumindest nicht für die Forstwirtschaft Thüringens. An diesem Tag verkündete der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forst und Naturschutz dem Hauptpersonalrat Forst die geplanten Strukturänderungen in ThüringenForst. Dabei hatte der Politiker aber nicht mit der Widerstandskraft der Betroffenen gerechnet. Schon fünf Tage später demonstrierten über 700 Beschäftigte vor dem Thüringer Landtag lautstark gegen die Pläne.

Es werde eine Ausgliederung von über 800 Waldarbeitern, Ingenieurtechnischen Personal und der Technik in eine privatrechtliche GmbH favorisiert, so der Staatssekretär am 22. Januar. Diese Meldung löste Alarm bei den IG BAU-Mitgliedern in ThüringenForst aus. Sofort wurden für den nächsten Tag die drei Vorstände der Fachgruppen Forstwirtschaft zu einer gemeinsamen Beratung mit der Landesvertretung der Beamten und Angestellten in Forst und Naturschutz eingeladen, und auf der Sitzung Aktionen für die nächsten Tage geplant. Unser Netzwerk hat funktioniert! Viele Personalräte sind auch Mitglied der Fachgruppenvorstände, eine gute Verzahnung.

Schon am folgenden Montag und Dienstag fanden mit Unterstützung des Hauptpersonalrats außerordentliche Personalversammlungen in allen Dienststellen statt, auf denen die Beschäftigten informiert und zu einer Demo vor dem Thüringer Landtag für den 27. Januar aufgerufen wurden. Dem folgten über 700 Beschäftigte von ThüringenForst. Waldarbeiter, Angestellte, Beamtinnen und Beamte, alle waren vertreten und äußerten lautstark - mit geräuschvoller Unterstützung der aufheulenden Motorsägen - ihren Unmut gegen die geplante Strukturänderung.

Der zuständige Minister Reinholz versuchte, die Massen zu beruhigen. Aber so richtig hat ihm keiner geglaubt. Dass das Land weiterhin Eigentümer der GmbH bleiben wird und es später zu keiner Privatisierung kommt, mit dem von allen befürchteten Personalabbau und Wegfall der Tarifverträge waren Zusagen, gegen die Beispiele aus der Vergangenheit sprechen. Viel Unterstützung haben die Forstleute von den meisten im Landtag vertretenen Oppositionsparteien und anderen Verbänden und Organisationen bei ihren Forderungen der Beibehaltung des Gemeinschaftsforstamtes in den bisherigen Strukturen erhalten.

Die Demonstration hat gezeigt: Nur gemeinsam sind wir stark! Vor allem, wenn es darum geht, den Abbau von Arbeitnehmerrechten zum Zweck der Sanierung des Landeshaushaltes zu verhindern. Die Forstleute sind sich nach dieser Veranstaltung alle gewiss, dass sie geschlossen wiederkommen werden, wenn ihre IG BAU sie zu weiteren Aktionen gegen die beabsichtigte Privatisierung von öffentlichen Aufgaben ruft.

IG BAU - Die tun was!

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