Bauhauptgewerbe


Kündigung mit Frist von 0 Tagen – man kann es ja mal versuchen!


19.10.2015
Rechtlich kein schwieriger Fall, aber eine schöne Geschichte für die Rubrik “Was Arbeitgeber sich so alles einfallen lassen“: Ein Betrieb aus der Baubranche kündigte einen Mitarbeiter innerhalb der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von null Tagen. Die Kündigung in der Probezeit ohne Frist war vertraglich vereinbart worden. Das Mitglied der IG BAU klagte und der DGB Rechtsschutz in Bielefeld konnte eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der tariflichen Frist erreichen.

Es ging nicht um viele Tage, denn die Kündigungsfrist richtete sich nach den tariflichen Vorschriften des Baugewerbes. Der allgemeinverbindliche Bundesrahmentarifvertrag sieht kurze Kündigungsfristen vor, gestaffelt, beginnend mit sechs Werktagen innerhalb der ersten sechs Monate und zwölf Werktagen bis zum dritten Beschäftigungsjahr.

Gesetzlich gilt in den ersten zwei Jahren eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Monats, wobei innerhalb der Probezeit eine Verkürzung auf zwei Wochen möglich ist.

    Exklusiv

    Ein Beitrag unserer Kollegn Silke Clasvorbeck, Rechtsschutzssekretärin und Online-Redakteurin, Bielefeld.