Gesundheit und Rente


Kurswechsel: Die gesetzliche Rente stärken!


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06.09.2016
Kurswechsel: Die gesetzliche Rente stärken! Unter diesem Motto haben die DGB-Gewerkschaften ihre Rentenkampagne mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 gestartet. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte zum Kampagnenstart am Dienstag in Berlin:

"Unsere zentrale Forderung für den Kurswechsel in der Rentenpolitik ist eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus. Wir fordern außerdem, dass das Rentenniveau langfristig deutlich erhöht werden muss. Und wir wollen die betriebliche Altersversorgung stärken und ausweiten.

Der erste zwingende Schritt ist die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus. Denn wenn das Niveau weiter sinkt, verliert die Rente nicht nur an Wert für die Menschen. Dieser Sinkflug beschädigt und delegitimiert die bisher beste, stabilste und vertrauenswürdigste Altersvorsorge, die wir haben: die gesetzliche Rentenversicherung. Besonders für die jungen Leute ist das wichtig. Denn wenn wir nichts ändern, werden 2040 oder 2050 Millionen der heute noch jungen Menschen von sozialem Abstieg oder gar Altersarmut betroffen sein. Die Beschäftigten erwarten aber zu Recht von der Politik eine auskömmliche Rente im Alter und bei Erwerbsminderung. Wer auf ein langes Erwerbsleben zurückblickt oder aus gesundheitlichen Gründen sein Brot nicht mehr selbst erarbeiten kann, muss sich auf eine starke gesetzliche Rentenversicherung verlassen können. Daher sagen wir, "Rente muss für ein gutes Leben reichen".

Und wir sagen auch, dies ist machbar. Den demographischen Wandel mit Leistungskürzungen zu beantworten, ist keine Lösung und mutlos. Im Mittelpunkt der Rentenpolitik muss wieder eine verlässliche Leistung stehen. Unsere Vorschläge: Jetzt muss damit begonnen werden, die aktuell gute Situation der Rentenversicherung und die Rücklage zu nutzen, um Spielräume zu gewinnen. Dazu muss die Politik endlich alle versicherungsfremden Leistungen voll aus Steuermitteln erstatten, allen voran die rund sieben Milliarden Euro jährlich für die Mütterrente. Und wir müssen so früh wie möglich beginnen, den Beitragssatz maßvoll, in kleinen Schritten, auf 22 Prozent anzuheben. Dies wird bis 2030 sowieso notwendig sein. Ziehen wir die Erhöhung vor, können wir die Demografiereserve ausbauen und das Rentenniveau stabilisieren.

Wir brauchen aber auch gute und gutbezahlte Arbeit. Die Menschen müssen möglichst gesund und im Job bis zur Rente kommen können - das erreichen schon heute viel zu wenige. Wo dies nicht gelingt, brauchen wir sozial abgesicherte Übergänge. Zeiten mit niedrigem Lohn, Arbeitslosigkeit, Schule und Studium dürfen keine Löcher bei der Rente reißen. Solche Lücken müssen geschlossen werden. Beschäftigte erwarten zu Recht, bei Erwerbsminderung oder im Alter vor Armut geschützt zu sein - auch wenn es Lücken in der Erwerbsbiografie gegeben hat. Auch daran messen wir die Rentenpolitik.

Mit der gemeinsamen Kampagne aller Gewerkschaften wenden wir uns an die Politik, die Gesellschaft und gerade auch an die jungen Menschen. Wir werden mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen, bundesweit und regional, die Politik in die Verantwortung nehmen."

Der Kampagnen-Start

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DGB-Chef Reiner Hoffmann und Annelie Buntenbach stellen die Rentenkampagne vor.
Zum kompletten Statement von Reiner Hoffmann.

Die Website:

Fakt - Auf den Punkt bringen

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