IG BAU - die tun was! (2007)


Lohnkürzung - nicht mit uns

Sauberkeit hat ihren Preis


© IG BAU
26.10.2007
Eva O.*) hat einen 400-Euro-Job. Seit Januar 2007 hat sie dafür nur 387 Euro bekommen. Ihr Arbeitgeber hat monatlich 13 Euro gestrichen. Einfach so, es gibt weder eine Änderung zum Arbeitsvertrag, eine Verkürzung der Arbeitszeit noch sonst eine schriftliche Erklärung. Nicht nur Eva bekommt weniger Geld.

Allen 400 Euro-Jobbern eines großen Gebäudereinigers in Kaiserslautern wurde der Lohn monatlich um 13 Euro gekürzt, erfahren die Gewerkschaftssekretäre Elke Heller und Bodo Olitzsch bei der Objektbegehung. Dem Betriebsrat wurde auf seine Nachfrage erklärt, das müsse man so machen, "weil die 400-Euro-Kräfte sonst bei einer zu erwartenden Zahlung eines zusätzlichen Urlaubsgeldes die Grenze zur Geringfügigkeit überschreiten.“

Die beiden Gewerkschaftssekretäre und der Betriebsrat handeln. Die Kolleginnen werden über ihre Rechte aufgeklärt und machen den einbehaltenen Lohn geltend. Vor dem Arbeitsgericht zeigt sich die Firma dann bereit, die Differenzbeträge für die volle Zeit nachzuzahlen.

Bei einigen Kolleginnen macht die IG BAU danach noch unbezahlte Stunden geltend. Das ging dann schon schneller. Die wurden nachgezahlt, bevor’s zum Arbeitsgericht ging.

Für Elke Heller und Bodo Olitzsch ist das kein Einzelfall. Aus ihrer täglichen Arbeit vor Ort wissen sie, dass in der Gebäudereinigerbranche nach wie vor einige schwarze Schafe ihr Unwesen treiben. Hier war es noch recht einfach, gibt es doch seit eineinhalb Jahren wieder einen Betriebsrat, alle Betriebsratsmitglieder sind Mitglied der IG BAU. Die steht mit Rat und Tat zur Seite.

„So sauber, wie unsere Kolleginnen und Kollegen die Büros und Krankenhäuser halten, geht es in der Branche leider nicht immer zu“, sind sich Elke und Bodo einig. Beinahe täglich werden neue Missstände von den Kolleginnen aus der Gebäudereinigung geschildert. Mit untertariflicher Bezahlung, Leistungsverdichtung und neuerdings vermehrt nicht nachvollziehbaren Streichungen bzw. Lohnkürzungen kämpfen die Beschäftigen in dieser Branche.

In diesem Monat waren sie wieder für die Kolleginnen in Kaiserslautern aktiv. Die hatten festgestellt, dass das zusätzliche Urlaubsgeld nicht auf den Lohnzetteln stand. Klarer Fall: auch diese Zahlungen macht die IG BAU jetzt geltend. Dass dabei auch neue Kolleginnen ihren Weg zur IG BAU finden, ist ein erwünschter Nebeneffekt.


IG BAU - die tun was!

*)Name der Redaktion bekannt

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