Senioren


Mitmachgewerkschaft in der Praxis


© IG BAU (Christiane Nölle) Die Standbesatzung hatte während der Messetage reichlich zu tun
15.07.2011
Etwa 5.000 vorwiegend ältere Menschen kamen vor einigen Wochen zur 14. Völklinger Seniorenmesse, um sich bei Firmen, Institutionen, Vereinen und Verbänden darüber zu informieren, welche Hilfen, Hilfsmittel und Angebote es gibt, um so lange wie möglich selbstbestimmt und unabhängig älter werden zu können. Der Arbeitskreis Senioren der IG BAU, Bezirksverband Saar-Trier, nutzte diese Gelegenheit, um auf die politischen Forderungen aufmerksam zu machen, die erfüllt werden müssen, um der älteren Generation bis ins hohe Alter eine gute Lebensqualität zu ermöglichen.

Schon vom Eingang der Halle aus war das rote Zelt der IG BAU zu erkennen, in dem die Kolleginnen und Kollegen zu drei politischen Schwerpunkten informierten.

Der erste Schwerpunkt war die von der schwarz-gelben Koalition geplante Reform der Pflegeversicherung. Zwei große Wandtafeln zierten den Eingang des Zeltes. Die erste wies auf den wachsenden Pflegebedarf und - mit Zeitungsausschnitten und Meldungen - eindringlich auf den Pflegenotstand hin. Die zweite Schautafel erläuterte die Privatisierungspläne der Regierungskoalition und die Alternativen der Gewerkschaften, die die Entwicklung der Pflegeversicherung zu einer Bürgersicherung Pflege fordern und Vorschläge zu ihrer Finanzierung unterbreiten. Das von uns erstellte Flugblatt wurde bereitwillig entgegengenommen, zumal das Publikum in vielen Fällen - sei es in der Familie oder selbst - bereits Erfahrungen mit der Pflegesituation gemacht hatten. Viele wussten, wo der Schuh drückt.

Der zweite Schwerpunkt war die Rente mit 67 - immer noch aktuell, gerade nachdem die sognannten „Weisen“ erst kürzlich die Rente mit 69 ins Gespräch brachten. Über 300 Unterschriften gegen die Erhöhung des Rentenalters und die Kopfpauschale wurden gesammelt. (Besonderen Dank unserer unermüdlichen Kollegin Roswitha Künzel, die die meisten Unterschriften sammelte!) Manch einer, der mit dem üblichen Argument des demografischen Wandels kam, konnte nach unserer Diskussion zur Unterschrift bewegt werden.

Der dritte Schwerpunkt war unser politischer Standpunkt „Wohnungsbau“ - Bau von barrierefreien und seniorengerechten Wohnungen. Wir hatten einen entsprechenden Fragebogen erarbeitet, um die Situation älterer Menschen und ihre Wünsche kennenzulernen - 60 Fragebögen konnten wir ausfüllen lassen und hatten hochinteressante Gespräche. Es wurde unsere Auffassung voll bestätigt, dass die Absicherung einer qualitativ hochwertigen pflegerischen Versorgung und ein selbstbestimmtes Leben im Alter voraussetzt, dass in den Kommunen ein altersgerechter Wohnungsbau mit ausreichend barrierefreien Wohnungen erfolgen muss. Übrigens die am häufigste gewünschte Wohnform im Alter: Betreutes Wohnung mit eigener barrierefreier Wohnung zu Preisen, die für Rentnerinnen und Rentner erschwinglich sind!

Viele Kontakte konnten geknüpft werden (mit VdK, AWO, Selbsthilfegruppen, Woh-nungsinitiativen), wobei oft der Wunsch nach stärkerer Vernetzung der Senioren ausgesprochen wurde. Nach dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark - das gilt auch für die Seniorinnen und Senioren.

Ein Beitrag unserer Kollegin Alice Hornung.