Senioren


Neuntes Seniorenwochenende: Zusammenhalt macht uns stark


© IG BAU (Klaus Gabor)
Zusammenhalt macht uns stark - auch bei der Wandung...

07.11.2011
Wie sich die Bilder doch gleichen: Auch in diesem Jahr war das Ferienhotel des GEW in der Bergstadt St. Andreasberg am letzten Wochenende im Oktober vollkommen ausgebucht. Leopold Pilz, Vorsitzender des Bezirksarbeitskreises Senioren und Mitglied des Bundesseniorenvorstands hatte zum Seniorenwochenende des IG BAU – Bezirksverbandes Braunschweig Goslar eingeladen. Erstmals war der Bundesseniorenvorstand unter den Gästen.

Er hatte zuvor im Hotel getagt. Die Vertreter aus den Regionen konnten miterleben, warum diese Veranstaltung seit Jahren so beliebt ist. Das Erfolgsrezept ist wohl die Mischung aus Erfahrungsaustausch, politischer Diskussion, Geselligkeit und gemeinsamen Erlebnissen.

Von Anderen lernen
Die Mitglieder des Bundesseniorenvorstandes, Klaus-Dieter Löhnert aus Westfalen und Peter Henseler aus dem Rheinland waren so beeindruckt, dass sie sich vorstellen können, für die Senioren ihrer Regionen etwas Ähnliches anzubieten.

Zu Beginn des Treffens wurde Manfred Donckel geehrt, der daran mitgewirkt hat, dass 1981 der Vorläufer dieser Veranstaltung ins Leben gerufen werden konnte. Er versprach, auch weiterhin hilfreich zur Seite zu stehen, solange sein Gesundheitszustand das zulässt.

Der Austausch von Erfahrungen fand praktisch überall statt, beim Kaffee, dem Bier oder auch bei der Wanderung. Dabei zeigte sich, dass die Senioren nach wie vor politisch sehr interessiert sind, nicht nur ihre Probleme im Auge haben, sondern sich um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel Sorgen machen. Sie erwarten vom DGB und den Einzelgewerkschaften ein gemeinsames Vorgehen gegen die Auswüchse des Kapitalismus.
Ihr Versprechen: Bei diesem Abwehrkampf werden wir da sein, wenn man uns braucht.

Reger politischer Frühschoppen
Andreas Steppuhn, Mitglied des Bundesvorstandes der IG BAU, informierte über aktuelle politische Ereignisse, Schwerpunkte der Gewerkschaftsarbeit und beantwortete Fragen der Senioren. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise wurde heftig kritisiert, dass die Hauptlast die Arbeitnehmer und Rentner tragen sollen. Es darf nicht hingenommen werden, dass die Banken als Verursacher der Krise weitgehend ungeschoren bleiben, nach wie vor zocken und die Politik praktisch nichts dagegen unternimmt.

Arbeit muss mehr Wert bekommen
Die Frage der Alterssicherung ist für die IG BAU im nächsten Jahr ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, so Steppuhn. Es muss verhindert werden, dass unser Rentensystem eines Tages ein Armutssystem wird. Von der Rente muss man leben können. Die Rente mit 67 ist praktisch eine massive Rentenkürzung.
Alarmierend ist, dass immer mehr Menschen mit ihrer Rente nicht mehr die Höhe der Grundsicherung erreichen und sich angemessenen Wohnraum nicht leisten können.

Karl-Heinz Ehrenberg, Vorsitzender des IG BAU-Bezirksverbandes Braunschweig-Goslar, kritisierte scharf, dass Unternehmen benachteiligt werden, die Tarifverträge einhalten und Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen zum Zuge kommen, die zu Billiglöhnen arbeiten lassen.

Einigkeit bestand darin, dass die ausufernde Beschäftigung zu Niedrichlöhnen gestoppt und Arbeit wieder mehr Wert bekommen muss. Es ist ein Skandal, dass viele junge Menschen mit ihrem geringen Einkommen keine Familie gründen können.

Neue Herausforderungen warten
Elke Garbe, Bundesseniorenvorsitzende der IG BAU, informierte über das geplante Bundesseniorentreffen im Jahr 2012 auf der Insel Rügen, die anstehenden Wahlen in der Gewerkschaft und den 10. Deutschen Seniorentag der BAGSO, der vom 3. bis 5. Mai in Hamburg stattfinden wird. Die IG BAU wird das altersgerechte Bauen und das bezahlbare Wohnen erneut thematisieren. Zu dem soll der Erfahrungsaustausch mit der Jugend intensiviert werden.

Es war erneut ein gelungenes Wochenende. Herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die dazu beigetragen haben.


Ein Beitrag unseres Kollegen Klaus Gabor.

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