Landwirtschaft


Nyéléni - Europäisches Forum für Ernährungssouveränität


© Nyéléni
08.12.2016
In Cluj/Rumänien fand Ende Oktober das europäische Nyéléni-Forum statt. Über 500 Delegierte kamen aus 40 Ländern zusammen, um Strategien für ein zukunftsfähiges Ernährungs- und Landwirtschaftssystem zu entwickeln.

Ursprünglich wurde die Nyéléni Bewegung in Mali gegründet. Ernährungssouveränität wird als das Recht von Menschen und souveränen Staaten definiert, auf demokratische Weise ihre eigene Agrar- und Ernährungspolitik zu bestimmen. *)

In Cluj diskutierten LandwirtInnen, AktivistInnen, VertreterInnen von NGOs, WissenschaftlerInnen, ArbeiterInnen und Gewerkschaftsmitglieder sechs Tage lang über Lösungswege zu landwirtschaftspolitischen Problemen auf globaler, europäischer, nationaler und lokaler Ebene.

Der inhaltliche Fokus lag auf sechs Themensträngen: Zugang zu Land und Wasser, Rechte von ArbeiterInnen und MigrantInnen im Agrar- und Lebensmittelsektor, bäuerliche Agrarökologie und Saatgut, alternative Handelssysteme und die Macht globaler Konzerne, territoriale Märkte und regionale Lebensmittelverteilungssysteme sowie gemeinsame Ernährungs- und Agrarpolitik.

Die Nyéléni-Bewegung setzt sich für ein Ernährungs- und Agrarsystem ein, das nicht auf Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen aufbaut. Sie beschäftigt sich mit den Ursachen, die zu dieser Ausbeutung führen. Die Forderung nach einer sozialen Absicherung für alle Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, wurde dieses Jahr als neuer Grundpfeiler der Bewegung verankert. Der Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft führt zu einer Veränderung der Arbeitsverhältnisse und erfordert in Zeiten wachsender sozialer Unsicherheit, niedriger Löhne und kaum sozialer Sicherung für viele Landarbeiter_innen in Europa breite Bündnisse, um sich diesen Problemen zu stellen.

Auf dem Nyéléni-Forum wurde aus der Perspektive der anwesenden Gewerkschaften darauf aufmerksam gemacht, dass die Organisierung von Wanderarbeitern und migrantischen Arbeitskräften sehr schwierig ist. Breite Allianzen sowie unkonventionelle Wege werden benötigt, um diesem Problem auf europäischer Ebene zu begegnen. Katharina Varelmann nahm für die IG BAU und das PECO-Institut an der Konferenz teil, um die Prozesse rund um die ArbeitnehmerInnen zu beobachten.

*)Weltagrarbericht, Synthesebericht, S. 27. 2009.

© Sara Meißner
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