Forstwirtschaft und Naturschutz


"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum..."


© Gabi Schönemann / www.pixelio.de
19.12.2014
Es ist nicht mehr lange hin bis zum Fest der Liebe. In den meisten Familien hierzulande gehören ein Festessen, die Bescherung, der mitternächtliche Gottesdienst und ein geschmückter Christbaum zu den Weihnachtsfeiertagen. Was jedoch nur wenige der Weihnachtsbaumfreunde beim Kauf bedenken: die meisten Bäume stammen nicht von "drauß vom Walde" her, sondern aus Plantagen, in denen meist kräftig gedüngt und gespritzt wird:

Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs sowie Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln.

Wer seine Weihnachtsgeschenke nicht unter einen Baum von der "Giftplantage" legen möchte, dem empfehlen die Forstgewerkschaft IG BAU sowie Umweltorganisationen wie NABU oder ROBIN WOOD den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus heimischen Waldbetrieben. Diese Bäume sind eine gute Alternative zu Weihnachtsbäumen aus stark gespritzten und gedüngten Plantagen. Und außerdem wirken sie sich durch kurze Transportwege positiv auf die Ökobilanz aus.

Wer lieber gerne selbst zur Säge oder Axt greifen möchte, dem bieten viele heimische Forstämter in der Vorweihnachtszeit Events an, bei denen der Baum selbst ausgesucht und gefällt werden kann. Ein ganz besonderes Naturerlebnis, das sich besonders bei Familien mit Kindern immer größerer Beliebtheit erfreut.

Sehr zu empfehlen, aber schwer zu finden, sind regionale Weihnachtsbäume aus ökologisch bewirtschafteten Weihnachtsbaumkulturen. Solche Bäume sind an den Siegeln des FSC (Forest Stewardship Council), der anerkannt ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe wie Naturland, Bioland oder Demeter, sowie an dem Bio-Siegel der Europäischen Union zu erkennen. Christbäume mit diesen Zertifikaten sind ohne Pestizid- und Mineraldüngereinsatz herangewachsen. Doch leider fristet der ökologische Weihnachstbaumanbau immer noch ein Schattendasein. Eine Liste der bundesweiten Anbieter von Öko-Bäumen ist z. a. bei ROBIN WOOD zu finden.

Mehr Tipps zum Thema "Weihnachtsbaumkauf" gibt's auch beim NABU oder den regionalen Forstämtern.

Ein Beitrag unserer Kollegin Gerlinde Dickert in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe 12/2014-01/2015.