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Ostdeutsche Beschäftigte kommen am Valentinstag zu kurz


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 13.02.2014
Blumenhändlern beschert der Valentinstag an diesem Freitag volle Kassen. Doch viele Beschäftigte – insbesondere im Osten - kommen dabei zu kurz. Die Floristen-Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisiert niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen in der Branche und fordert konkrete Verbesserungen. „Vor allem in Ostdeutschland werden Beschäftigte mit Armutslöhnen abgespeist. Zwischen Ost und West klaffen die Löhne in der Floristik immer noch bis zu 46 Prozent auseinander“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

Im vergangenen Jahr hatte die IG BAU mit den Arbeitgebern über Entgelttarifverträge für die ostdeutschen Floristinnen und Floristen verhandelt. Doch die Arbeitgeber waren zu keinen fairen Lohn- und Gehaltserhöhungen bereit, weshalb die Verhandlungen im Juli 2013 scheiterten. Unter den Vorzeichen des angekündigten gesetzlichen Mindestlohns bereitet die IG BAU nun eine neue Verhandlungsrunde vor.

„Bei Dumping-Löhnen im Osten zwischen 4,35 Euro und 8,20 Euro die Stunde ist ein deutlicher Anstieg der Entgelte überfällig“, sagte Schaum. „Für Floristinnen und Floristen in Ostdeutschland wird es so oder so ab 2015 keine Entgeltgruppe unter 8,50 Euro geben. Eine tarifliche Unterschreitung dieser Grenze machen wir nicht mit.“ Verweigern die Ost-Arbeitgeber der Blumen-Branche weiterhin eine gerechte tarifliche Bezahlung, bietet der gesetzliche Mindestlohn den Floristinnen und Floristen zumindest einen finanziellen Rettungsanker.

Beschäftigte leiden nicht nur unter den niedrigen Löhnen – auch ihre Gesundheit ist gefährdet. Denn Floristik ist eine körperlich schwere Arbeit. Für viele Beschäftigte gehört dazu das Schleppen von Kisten sowie der Auf- und Abbau der Dekoration. Eine Belastung für Gelenke und Rücken. Die IG BAU macht sich für Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz stark und unterstützt die Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“, die von Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und Sozialversicherern ins Leben gerufen wurde. „Wer regelmäßig Schweres hebt und trägt, sollte sich mit Sportübungen fit machen und bei der Arbeit unbedingt auf die richtige Körperhaltung achten – bei Bedarf kann man sich dazu beraten lassen“, sagte Schaum.