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Gebäudereiniger-Handwerk: Erste Runde der Tarifverhandlung ohne Ergebnis vertagt

Einsatz für faire Löhne: Die Verhandlungskommission der IG BAU
Einsatz für faire Löhne: Die Verhandlungskommission der IG BAU © Sascha Buchmann
Leipzig, 16.05.2017
Die heute gestarteten Tarifverhandlungen für die rund 600 000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk sind ohne Ergebnis vertagt worden. Nach mehrstündigen Verhandlungen in Leipzig unterbrachen die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ihre Gespräche, ohne dass die Arbeitgeber ein Angebot vorlegten.

Die IG BAU fordert einen Euro mehr pro Stunde. Für den Osten muss die Lohnangleichung Ost-West bis spätestens 2019 vollzogen sein. Das war bereits in einer Vereinbarung von 2011 von den Arbeitgebern zugesagt, die sie jedoch vor einem Jahr einseitig gekündigt hatten. Derzeit besteht noch eine Ost-West-Lücke von rund zehn Prozent. Zudem fordert die IG BAU den Einstieg in ein 13. Monatseinkommen.

„Lohnunterschiede zwischen Ost und West sind mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung nicht mehr zu rechtfertigen. Es überrascht deshalb auch nicht, dass die Arbeitgeber nicht in der Lage waren, sauber zu begründen, warum sie die Vereinbarung über die Schrittweise Lohnangleichung Ost an West gekündigt haben. Die Branche muss weg von den viel zu niedrigen Stundensätzen. Kunden der Reinigungsfirmen sind bereit, für gute Qualität und Zuverlässigkeit angemessen zu zahlen. Es besteht also kein Grund für Minilöhne“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux.

„Die wirtschaftliche Lage der Branche ist heute deutlich besser als beim Abschluss der Vereinbarung 2011. Wenn die Angleichung damals möglich war, muss sie es jetzt erst recht sein.“

Die Tarifrunde wird am 20. Juni 2017 in Frankfurt am Main fortgesetzt.