Bauen und Wohnen


Regionale Wohnungsbauprognose bis 2016


© Hans Dieter Volz / www.pixelio.de
20.03.2013
Nach langen Jahren schwacher Wohnbautätigkeit befindet sich der Wohnungsbau in Deutschland
in einem Aufschwung, der bis über das Jahr 2016 hinausreichen und die in manchen Regionen vom Nachfrageüberhang bestimmte Lage entspannen wird. Die Erholung des deutschen Wohnungsbaus, die seit 2010 zu beobachten ist, wird sich nach Prognose der ifo-Experten in den nächsten vier Jahren fortsetzen.

Die hohe Wachstumsdynamik von 2011 und 2012 – mit deutlichen Steigerungsraten bei den Wohnungsfertigstellungen – schwächt sich dabei allerdings leicht auf durchschnittlich knapp 7 Prozent im Zeitraum 2012 bis 2016 ab.

Mit einer für 2016 prognostizierten Fertigstellungszahl von rund 246.000 Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden wird wieder ein Niveau erreicht, wie es zuletzt in den Jahren 2002 bis 2004 bestand. Gegenüber dem Tiefpunkt 2009 mit knapp 136.000 Einheiten steigern sich die Fertigstellungen in sieben Jahren um 110.000 Einheiten.

Die Zahl der Fertigstellungen in neuen und bestehenden Wohngebäuden prognostizieren die ifo-Experten für das Jahr 2016 auf rund 277.000 Wohnungen. Im Zeitraum bis 2016 ist damit insgesamt mit der Errichtung von rund einer Million neuer Wohnungen zu rechnen.

Bei der Errichtung von Mehrfamilienhäusern wird die größte relative Zunahme erwartet. Mit rund 106.000 Fertigstellungen wird der Neubau 2016 um 65 Prozent höher liegen als 2011 und damit zur Entlastung des Marktes beitragen.

Die größten absoluten Steigerungen werden jedoch die Wohnungsfertigstellungen in neu errichteten 1- und 2-Familienhäusern aufweisen: mit rund 140.000 fertig gestellten Wohnungen im Jahr 2016 wird das Ergebnis des Jahres 2011 um 43.000 Einheiten übertroffen.

Nach den ifo-Vorhersagen dürfte das deutlich erhöhte Angebot neuer Wohnungen überwiegend dort realisiert werden, wo die Engpässe heute bereits am deutlichsten spürbar sind. Die Gefahr, dass am Bedarf „vorbeigebaut“ wird, wie es teilweise im abschreibungsbedingten Boom der 90er Jahre geschah, dürfte in den kommenden Jahren kaum bestehen.

Die Wohnungsbaustudie unterteilt Deutschland diesbezüglich in sechs Großregionen: die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, sowie die Regionen Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nord (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen) sowie Ost, die alle östlichen Bundesländer und Berlin umfasst. Für alle Großregionen sagen die ifo-Experten einen Aufwärtstrend bei den Wohnungsfertigstellungen voraus. Allerdings mit unterschiedlicher Dynamik.

Die größte relative Steigerung bei den Baufertigstellungszahlen in neu errichteten Wohngebäuden wird für die Großregion Ostdeutschland prognostiziert. Hier sollten im Jahr 2016 mit knapp 40.000 Wohnungsfertigstellungen etwa 75 Prozent mehr Wohnungen erstellt werden als 2011. Dabei wirkt sich in erster Linie der Nachfragesog des Großraums Berlin aus.

Die meisten Wohnungsfertigstellungen erfolgen jedoch seit 2011 in Bayern, nachdem zuvor im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW die größte Anzahl an Wohnungen errichtet wurde. Diese Spitzenposition dürfte der Freistaat über den gesamten Prognosezeitraum behalten und 2016 rund 53.000 Wohnungsfertigstellungen erreichen (NRW 2016: rund 44.000).

So positiv die ifo-Prognosen für die angespannten regionalen Wohnungsmärkte auch sein mögen: Anlass zu ungetrübtem Optimismus bieten die Schätzungen nicht: Die Umsetzung der wohnungsbaupolitischen Forderungen der IG BAU ist auch weiterhin unabdingbar notwendig.