Bildung / Berufsbildung


Reise in das multiethnische Bosnien und Herzegowina

IG BAU und ver.di bieten Bildungsurlaub vom 10. bis 16. September in Sarajevo an


28.03.2017
Die Geschichte des Balkan ist sehr bewegt, und wir haben auch hier in Deutschland einen regen Austausch mit den Menschen der Region: als KollegInnen, Nachbarn, Freunde und MitbürgerInnen. Die Kriege der 90er-Jahre in Ex-Jugoslawien fanden vor unserer Haustür statt. Wir haben sie in den Medien verfolgt, die Ereignisse im Land und die internationale Einflussnahme intensiv diskutiert.

26 Jahre nach Kriegende wollen wir vor Ort mit Zeitzeugen und fachkundigen ReferentInnen nachvollziehen, was für Europa nicht mehr vorstellbar schien: Bruderkrieg mit Völkermord, ethnischen Säuberungen und Konzentrationslagern.

Die Gründe für die Zerstörung eines multiethnischen Zusammenlebens führen zur Frage, wie die Bosnier heute damit umgehen. Dazu sollen die aktuellen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Landes analysiert und die Rolle der Internationalen Gemeinschaft hinterfragt werden - während des Kriegs, in den Friedensverhandlungen und bei der Konstruktion eines fragwürdigen Staatenmodells, mit dem die Bosnier derzeit leben müssen.

Die ökonomische Situation, Arbeitsbedingungen und die Rolle der Gewerkschaften wollen wir vor Ort diskutieren: mit Institutionen sowie in Betrieben – mit ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Wir werden uns ein Bild von den derzeitigen Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung des Landes machen.

In diesem Rahmen besuchen wir die bosnische Niederlassung von Heidelberg Zement, wo wir mit Betriebsleitung und ArbeitnehmerInnenvertretung sprechen können.

Themenschwerpunkte:

  • Geschichte und Entwicklung des Landes,
  • Bosnien und Herzegowina im Balkankrieg,
  • diie Situation der belagerten Städte Sarajevo und Mostar,
  • ethnhnische Säuberungen, Völkermord und die Geschichte von Srebrenica,
  • Einflussnahme der „Internationalen Gemeinschaft“ – Entstehung und Verhandlung von Verträgen,
  • politische-wirtschaftliche Situation und Zukunft des Landes,
  • Lebens- und Arbeitsbedingungen in Staat / Unternehmen.

Fragen zum Ablauf: thomas.markhof@igbau.de

Diese Reise ist als politischer Bildungsurlaub anerkannt. Damit besteht das Recht auf betriebliche Freistellung. Jeder und jede ArbeitnehmerIn (bis auf Bayern) hat ein Recht auf fünf Tage politischen Bildungsurlaub im Jahr – zusätzlich zum Urlaub.

Anmeldung unter: seminare@bildungswerk-steinbach.de, Anmeldefrist: 30. Mai 2017.