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Rente ab 63: Anträge auf Rente ab 63 zeigen Notwendigkeit der Reform


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 23.06.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sieht sich durch die Vielzahl der Rentenanträge für eine Rente ab 63 in ihrer Forderung nach einer Rentenreform bestätigt. „Das Interesse zeigt, dass Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles mit der Reform die Bedürfnisse der Arbeitnehmer getroffen hat. Gerade in unseren Branchen sind viele gesundheitlich nicht in der Lage bis 65 zu arbeiten. Kaum ein Bauarbeiter hält bis zu dieser Regelaltersgrenze durch“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

Die IG BAU sieht dennoch keine Gefahr für eine von den Arbeitgebern behauptete Frühverrentungswelle. „Es ist normal, dass zu Anfang etwas mehr Anträge gestellt werden. Das wird sich mit der Zeit auf einem niedrigeren Niveau einpendeln“, sagte Feiger. „Wenn den Arbeitgebern diese Zahl dennoch zu viel ist, haben sie es in der Hand, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass ihre Beschäftigten länger bleiben. In der Baubranche kann davon aber bisher keine Rede sein.“

Eine Umfrage der IG BAU unter Bau-Betriebsräten ergab, dass neun von zehn Baubetrieben nichts anbieten, damit ihre Mitarbeiter länger arbeiten können. Die Folgen sind: Gesundheitsprobleme, Kündigung, Langzeitarbeitslosigkeit und am Ende Hartz IV.

„Wer die Facharbeiter länger im Betrieb halten will, muss dafür etwas tun“, sagte Feiger. „Ziel muss es sein, einen flexiblen Übergang in die Rente zu ermöglichen, bei dem jeder nach seinen gesundheitlichen Möglichkeiten in den Ruhestand wechseln kann. Wir haben mit dem Altersflexi-Geld dazu bereits ein Branchenmodell angeboten.“