Bau-Tarifrunde 2016


Sattes Plus durch gemeinsame Stärke


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
10.06.2016
Der Tarifabschluss für das Bauhauptgewerbe zeigt: Es geht doch! Wir haben es gemeinsam geschafft, dass die Einkommen nicht nur auf dem Papier steigen, sondern beim Einzelnen auch wirklich etwas im Portemonnaie ankommt. Schon öfter hatte uns die Inflation einen mühsam erstrittenen Lohnabschluss verhagelt. Die Preise stiegen und zehrten das Plus auf. Diesmal ist das anders

Unter dem Strich sind die 2,4 Prozent im Westen und die 2,9 Prozent im Osten das höchste Einkommensplus seit fast einem Vierteljahrhundert. Der Grund dafür: Die Teuerungsrate liegt derzeit bei null. Das heißt, jeder Cent mehr kommt den Beschäftigten tatsächlich zugute.

Geschenkt wurde uns der Abschluss aber nicht. Die Verhandlungen waren extrem hart und standen immer wieder auf der Kippe. Geholfen hat die große gemeinsame Solidarität in den Betrieben, auf den Baustellen und auf der Straße. Im gesamten Bundesgebiet haben sich viele Kolleginnen und Kollegen für die Forderung der IG BAU stark gemacht und ihren Chefs deutlich gezeigt: Wir sind es wert!

Unser Erfolg hilft aber auch anderen. Denn die Renten steigen – mit einer Verzögerung – in der Folge ebenfalls. Ihre Höhe wird unter anderem nach der Lohnentwicklung bemessen. Ebenso profitieren Mindestlohnempfänger. Der gesetzliche Mindestlohn wird regelmäßig angepasst. Grundlage dafür sind die zuvor vereinbarten Tariflohnerhöhungen.

Und auch Hartz IV-Bezieher bekommen schließlich mehr, weil der Regelsatz an die Inflation und die Nettolohnentwicklung gekoppelt ist. Am Ende geht es dadurch sogar der gesamten Wirtschaft besser. Denn je mehr Geld den Menschen zur Verfügung steht, desto mehr geben sie für ihre Lebenshaltung aus. Dieser Konsum stabilisiert unsere Konjunktur.

IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe Juni 2016.