Medien und Presse


Schüler setzen mit Protest gegen Abschiebung ein wichtiges Zeichen

Abschiebung von jungem Fliesenleger in Nürnberg


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 01.06.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ist beeindruckt von der spontanen Solidarität und Zivilcourage der Berufsschüler, die sich der Abschiebung ihres Mitschülers gestern in Nürnberg entgegengestellt haben.

„Es ist ein starkes Zeichen, das die Schüler in Nürnberg gesetzt haben. Oft wird die Jugend als zu oberflächlich und politisch desinteressiert dargestellt. Mit ihrem Protest gegen die Abschiebung von Asef N. beweist sie aber: Wenn es darauf ankommt, unsere grundlegenden Werte wie Menschenwürde zu schützen, ist sie da“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt.

„Es erfordert die richtige innere Haltung zum Rechtsstaat und ein breites Kreuz, sich der Polizei in einer solchen Situation entgegenzustellen. Keiner der Auszubildenden wusste, was passiert und was auf ihn zukommt. Die Jugendlichen haben von sich aus verstanden, dass die Abschiebung ihres Mitschülers falsch ist. Sie wollten und haben das Richtige getan. Afghanistan ist ein Land im Krieg. Menschen sterben, wie gerade erst wieder bei dem grausamen Anschlag in Kabul. Die Abschiebepraxis der bayerischen Regierung ist in dieser Lage völlig unverhältnismäßig.“

In Nürnberg wurde gestern Asif N. von der Polizei aus dem Berufsschulunterricht geholt, um nach Afghanistan abgeschoben zu werden. Der 20-Jährige hat in Deutschland bereits eine Fliesenlegerausbildung absolviert und gilt als Vorbild für eine gelungene Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Er besucht die Berufsschule, um demnächst eine weiterführende Ausbildung zum Schreiner zu absolvieren.

Gestern hatte das Peco-Institut der IG BAU einen Projekttag zum Thema Vielfalt und Toleranz in der Berufsschule veranstaltet. Mit den Auszubildenden wurden Fragen zu Integration, Vorurteilen und gegenseitigem Respekt diskutiert.

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