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Staatsanwaltschaft muss Strom-Unfälle bei der Bahn aufklären


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 11.07.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert Polizei und Staatsanwaltschaften auf, tödliche Arbeitsunfälle vollständig aufzuklären und anzuklagen. Nach einem Magazinbericht vom Wochenende, starben wegen mangelnder Arbeitssicherheit mehrere Beschäftigte aus den von der IG BAU betreuten Branchen durch Stromschläge. Die Unfälle wären womöglich nicht passiert, wenn der Auftraggeber, in allen Fällen die Deutsche Bahn, die zwingenden Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes eingehalten hätte.

„Es sieht so aus, als haben es sich die Staatsanwaltschaften einfach gemacht und den Opfern, die sich nicht mehr wehren können, die Schuld zugeschoben. Die Ermittler müssen nach den Enthüllungen die Fälle erneut aufrollen. Das gebietet nicht nur der Respekt vor den Verstorbenen, sondern ist notwendig, um künftig Unfälle durch schlampigen Arbeitsschutz zu vermeiden“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. „Leider meinen viele Unternehmen – und laut Bericht auch der staatseigene Konzern Deutsche Bahn – sie könnten zu Lasten der Sicherheit sparen. Diese zynische Rechnung darf nicht aufgehen. Wer den Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt, muss zur Verantwortung gezogen werden. Nur dann werden andere davon abgeschreckt, ihrerseits Schutzvorschriften zu umgehen.“

Im Jahr 2012 starben laut aktueller Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) 1080 Menschen in Folge von Arbeitsunfällen. In der Bau- und Landwirtschaft besteht ein mehr als doppelt so hohes Unfallrisiko für die Beschäftigten wie im Durchschnitt. Ursachen sind oftmals nicht eingehaltene Sicherheitsvorschriften, Zeitdruck und Überlastung. Dadurch geraten nicht nur Arbeitnehmer in Gefahr, sondern auch zufällig anwesende Passanten.