Tarife


Steine- und Erdenindustrie Hessen: Verhandlungen haben begonnen

21.03.2014
Die Tarifverhandlungen für die neuen Entgelte und Ausbildungsvergütungen für Beschäftigte der Steine- und Erdenindustrie Hessen haben am Donnerstag, 20. März, begonnen. Die Tarifkommission hat der Arbeitgeberseite ihre Forderungen für die diesjährige Tarifrunde vorgetragen. Sie lautet:

➢ Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent,
➢ Erhöhung des zusätzlichen Urlaubsgeldes auf 30 Euro pro Urlaubstag,
➢ überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen.

Mit einer prognostizierten Steigerung der Bauinvestitionen von 4,2 Prozent und einem Wirtschaftswachstum von mehr als 2 Prozent sind die Forderungen absolut gerechtfertigt. In vielen Betrieben wurde den ganzen „Winter“ hindurch produziert und bereits heute wird in Mehrschichtsystemen gearbeitet beziehungsweise Überstunden geleistet.

Das zusätzliche Urlaubsgeld von derzeit 16,36 Euro ist seit 1994 unverändert. Eine Erhöhung auf 30 Euro pro Urlaubstag kommt bei allen Mitgliedern in gleicher Höhe an, unabhängig davon, ob sie in der Entgeltgruppe 1 oder 12 eingruppiert sind.

Die Höhe der Ausbildungsvergütungen ist natürlich nicht ein Alleinmerkmal für die Wahl von jungen Menschen ihre Ausbildung in der Baustoffindustrie zu beginnen – aber sicher ein Merkmal, das den Ausschlag geben kann.
 
Die Arbeitgeberseite sah sich nicht in der Lage, ein erstes Angebot zu unterbreiten. Die geforderte Erhöhung der Entgelte können sie nicht nachvollziehen und wir sollen doch bitte „solidarisch“ mit den Beschäftigten in Thüringen sein. Da diese sicherlich auch in diesem Jahr wieder einen Angleichungsschritt zu den Einkommen in der Steine- und Erdenindustrie Hessen machen wollen, muss in Hessen die Entgelterhöhung moderat sein. Sprich – die Mitglieder in Hessen finanzieren mit ihrem Verzicht die Erhöhung der Einkommen für die Mitglieder in Thüringen.

Eine Erhöhung des zusätzlichen Urlaubsgeldes lehnen sie ohne Begründung grundsätzlich ab und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen hätte ohnehin keinen Effekt und sei daher auch nicht notwendig. In Bezug auf die Gewinnung von Auszubildenden haben sie lange und ausführlich mit uns über alle Optionen diskutiert, die die Politik und der Gesetzgeber ändern könnten. Doch die Möglichkeiten, die wir als Tarifvertragspartner haben, wie beispielsweise eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen oder eine Übernahmeregelung von Auszubildenden nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung, lehnen sie ab.

Der nächste Verhandlungstermin findet am 8. April statt und für einen dritten Termin wurde der 29. April vereinbart.

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