Bauhauptgewerbe


Strategie: Ausbluten


Gladbeck, 09.08.2017
Die IG BAU-Fachgruppe Bauhauptgewerbe im Bezirksverband Emscher-Lippe-Aa organisierte eine Aktion zur Unterstützung der Mindestlohntarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe. Mit dabei waren auch Beschäftigte der Firma Rohrmann Bau in Gladbeck, deren Arbeitgeber ihren Betrieb offenbar ausbluten ließ.

Mit einer symbolischen Mauer gegen Lohndumping stellten die Mitglieder der Fachgruppe Bauhauptgewerbe ihren Mindestlohn dar. Ohne ihn, wissen viele Kollegen, würde es auf den Baustellen der Bundesrepublik düster aussehen. Er gilt als Garantie für tariftreue Unternehmen, nicht an einem zügellosen Wettbewerb zugrunde zu gehen.

Die Kollegen der Firma Rohrmann kamen zur Unterstützung der Tarifrunde vorbei und machte gleichzeitig auf die Situation in ihrem Betrieb aufmerksam. Der Fall ist IG BAU-Branchensekretär Martin Mura bekannt: "Die Kollegen wurden hier vor der Insolvenz zwei Monate hingehalten und bekamen kein Geld ausgezahlt, nur um dann zu erfahren, dass der Betrieb eingestellt wird. Materielle Vermögenswerte wurden in den letzten Jahren sukzessive in andere Schwesterfirmen transferiert. Das meinen wir, wenn wir vom "Ausbluten" eines Betriebs sprechen."
Da das Unternehmen bereits vor vier Jahren eine Planinsolvenz hatte, steht den Kollegen nicht einmal ein Insolvenzgeld zu.