Streik Schwörer 2011


© IG BAU (Montage)
16.09.2011
Zehn Tage lang standen die Beschäftigten von SchwörerHaus im sachsen-anhaltinischen Coswig für ihren Haustarifvertrag vor´m Werkstor. Manchmal mit bangem Herzen, denn für sie alle war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie die Arbeit niedergelegt haben. Die Kollegen haben ihren Mut zusammengenommen und gemeinsam für ihre Sache gekämpft. Viele solidarische Grüsse und Solidaritätsbesuche haben sie darin bestärkt.  weiterlesen

SchwörerHaus: Sie haben es geschafft!

Streik erfolgreich beendet - ab heute Nacht läuft die Produktion wieder

© IG BAU (Alexander Reise)
Coswig, 06.09.2011
Der 10 Tage währende Arbeitskampf beim schwäbischen Häusle-Bauer Schwörer im sachsen-anhaltinischen Coswig ist beendet. Die streikenden Kollegen haben heute früh in einer Urabstimmung einstimmig dem gestern in stundenlanger Verhandlung erreichten Tarifkompromiss zugestimmt. Mit der heutigen Nachtschicht wird die Arbeit wieder aufgenommen.  weiterlesen

SchwörerHaus: Mehr ist fair - Morgen Urabstimmung!

Tarifkonflikt beim schwäbischen Häusle-Bauer vor der Lösung?

© IG BAU (Alexander Reise)
Coswig, 05.09.2011
Überraschende Wende im Streik bei SchwörerHaus in Coswig. Eine Verhandlung der Tarifkommission mit Johannes Schwörer, Geschäftsführer des schwäbischen Häusle-Bauers, scheint den Durchbruch gebracht zu haben. Wie IG BAU-Regionalleiter Peter Schulze andeutete, konnte in der Verhandlung am neunten Streiktag ein Kompromiss erzielt werden. Die IG BAU hat die streikenden Kollegen in Coswig für morgen zur Urabstimmung aufgerufen. Weitere Informationen dazu morgen nach der Urabstimmung.  weiterlesen

Der Chef ist da - der Himmel weint

Tarifkommission jetzt im Gespräch mit Arbeitgeber

Johannes Schwörer im Gespräch mit Streikenden und IG BAU-Regionalleiter Peter Schulze © IG BAU (Ralf Rossmann)
Coswig, 05.09.2011
Strömender Regen, der Himmel weint. Um 9.40 Uhr ist es so weit - die Trillerpfeifen sind in ganz Coswig zu hören. "Herr Schwörer kommt“, rufen sich die Streikenden zu. Der Chef von rd. 1800 SchwörerHaus-Beschäftigten ist am Werk Coswig eingetroffen. Fast 30 Minuten spricht er vor dem Tor mit den Streikenden. Begleitet von einem mitgebrachten Kameramann erläutert er nochmals, er könne hier nicht mehr zahlen, da in Coswig nichts verdient würde. Bei den Streikenden trifft er da auf Unverständnis. 80 Prozent vom Westlohn für 100 Prozent Arbeitsleistung ist nicht zu viel verlangt und auch nicht unverschämt. "Wir wollen arbeiten, aber nicht für Löhne, bei denen wir noch zum Sozialamt rennen müssen“, ruft ein Kollege.  weiterlesen

SchwörerHaus Coswig: Neunter Streiktag - der Chef kommt

Anderen baue ich Häuser - aber selber kann ich mir keins leisten

Anderen baue ich Häuser - aber selber kann ich mir keins leisten!ie © IG BAU (Normen Schulze)
Coswig, 05.09.2011
Heute beginnt für die Kollegen von SchwörerHaus in Coswig der neunte Streiktag. Am Morgen mussten alle erst einmal neue Plakate und Transparente an Zäunen, Mauern und an der Straße anbringen. Die alten wurden in den Vortagen immer wieder entfernt. Der Erfolg? Für zwei die abgenommen wurden hängen jetzt drei neue! Unter anderem das ca. 12 Meter lange mit der Aufschrift "Einen nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen" – von den Jugendvorständen der Region Sachsen-Anhalts,Thüringen, Sachsen, am Wochenende für die Streikenden gemalt. Für 9 Uhr hat sich Herr Schwörer im Werk angesagt. Über die Werksleitung hat er ausrichten lassen, dass er vor Ort ist und die Streikenden gern mit ihm reden können. Sie werden die Gelegenheit nutzen – und ihn gebührend empfangen.  weiterlesen
© IG BAU (Ralf Rossmann)
Coswig, 02.09.2011
Nach der anstrengenden Radtour vom Vortag nach Berlin, war heute eigentlich eine kleine Verschnaufpause angesagt. Daraus wurde nichts, hatten doch in einer Nacht- und Nebelaktion Vandalen die tollen, selbst gefertigten Streikplakate vom Betriebszaun entfernt. Und „schmucklos“ sollte das Werk keinesfalls dastehen, hat sich doch für Montag Herr Schwörer angekündigt. Mit vereinten Kräften wurde der „Schmuck“ wieder ordentlich angebracht – Ordnung muss sein. Aber Streik ist nicht nur „rumstehen“.  weiterlesen
© IG BAU (Alexander Reise)
Ahrensfelde, 01.09.2011
Die Streikenden des SchwörerHaus Werkes in Coswig besuchten nicht nur Berlin sondern auch ihre Kollegen im Werk Ahrensfelde (bei Berlin). Ein Sicherheitsdienst mit Hund verwehrt ihnen den Zutritt zum Gelände. Kein Problem, um 15 Uhr ist die Schicht zu Ende und die Streikenden informieren ihre Kolleginnen und Kollegen vor dem Werkstor. Rot-weisse Streikwesten, IG BAU-Fahnen und Transparente sind am Rande der Strasse schon von weitem zu erkennen. Wieder erfahren die Kollegen viel Solidarität von den Autofahrerinnen und Autofahrern, die auf dem Weg in den Feierabend mit einem Hupkonzert symbolisieren: "Macht weiter so. Euer Anliegen ist wichtig für eine ganze Region."  weiterlesen

Quer durch Berlin – mit dem Fahrrad durch die symbolische Lohngrenze

Streikende von SchwörerHaus: Gegen Dumpinglohn durchs Brandenburger Tor

Von West nach Ost - durch die symbolische Tarifmauer zurück ins Billiglohngebiet © IG BAU (b_engel)
Berlin, 01.09.2011
Um 11.30 Uhr war es so weit: Mit dem Fahrrad durch die symbolische Lohnmauer am Brandenburger Tor! Streikende Beschäftigte des Unternehmens SchwörerHaus aus Coswig in Sachsen-Anhalt radelten heute durch Berlin, um ihrer Forderung nach Lohnangleichung zwischen Ost und West Ausdruck zu verleihen. Der Durchbruch durch die Lohmauer zwischen Ost und West ist auch ein Signal gegen Lohndumping.  weiterlesen
© Wikimedia Commons (Holwegener)
Coswig, 31.08.2011
Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, legte heute auf dem Weg in die Staatskanzlei einen Stopp bei den Streikenden ein. Die waren gespannt, was der frühere Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt zu sagen hatte. Er berichtete, dass er mit ihrem Chef telefoniert habe. Und ermutigte die Kollegen ausdrücklich, weiter für fairen Lohn zu kämpfen.  weiterlesen
© barbridabu
31.08.2011
21 Jahre nach dem Mauerfall und noch immer hinkt der Osten bei den Löhnen mächtig hinterher. Die Entwicklung der letzten Jahre ist beängstigend. Verdienten ostdeutsche Arbeitnehmer 1991 im Schnitt 51,0 Prozent des Einkommens ihrer Kollegen im Westen, stieg die Zahl im Jahr 2000 auf 76,8 Prozent an. Doch danach kam wenig. In den letzten zehn Jahren gab es eine Annährung von nur knapp drei Prozent an den Jahreslohn West, der durchschnittliche Stundenlohn liegt sogar nur bei 75 Prozent. Das Nachrichtenmagazin "exakt" des MDR geht dem nach. O-Töne gibt es u. a. auch von den streikende Kollegen von SchwörerHaus in Coswig.  weiterlesen

95 Thesen in Wittenberg vorgestellt

Sechster Streiktag bei SchwörerHaus in Coswig

Die Streikenden von SchwörerHaus präsentieren ihre 95 Thesen vor der Schlosskirche zu Wittenberg © IG BAU (Alexander Reise)
Wittenberg, 31.08.2011
Die Kollegen im bestreikten SchwörerHaus-Werk haben 95 Thesen für ihren Kampf und die Notwendigkeit der Lohnangleichung von Ost an West formuliert. Nach dem Vorbild von Martin Luther, der seine Thesen 1517 veröffentlichte, wurden sie heute an der Schlosskirche zu Wittenberg präsentiert. Es ist Zeit, längst überfällige Reformen einzuleiten. Solidarität sprengt alle Grenzen - in Ost und West!  weiterlesen
95 neue Thesen für die Lutherstadt © IG BAU
Coswig, 30.08.2011
Auf geht´s nach Wittenberg: Die bei SchwörerHaus in Coswig streikenden Kollegen stellen - ähnlich wie ihr berühmter Landsmann und Reformator Martin Luther - 95 Thesen auf. Diese sollen morgen um 13:30 Uhr in der Lutherstadt der Bevölkerung vorgestellt werden. "Luther hat in seinen Jahren viel für die Menschen bewegt, er hat die Kirche reformiert. Wir, die Streikenden von SchwörerHaus, wollen diesem Gedanken folgen und unsere Thesen verlesen, um in unserer Zeit längst überfällige Reformen einzuleiten. Für uns heißt es jetzt! SOLIDARITÄT SPRENGT ALLE GRENZEN IN OST UND WEST! Die 95 neuen Thesen werden morgen auch hier im Internet veröffentlicht.  weiterlesen

Schwörer auf Konfrontationskurs

Fünfter Streiktag bei SchwörerHaus in Coswig

Wer hier durch will, muss mit ihnen reden © IG BAU
Coswig, 30.08.2011
Der Streik geht weiter - aber der Ton wird rauer. Dass heute morgen zwei Leiharbeiter bei SchwörerHaus aufgetaucht sind, macht die streikenden Kollegen stinksauer. Anstatt, Kontakt mit den Beschäftigten zu suchen und einzulenken, sucht Geschäftsführer Johannes Schwörer die Konfrontation. Nachdem er vor einigen Tagen bereits einen Wachschutz eingesetzt hat, versucht er nun, den Betrieb mit noch schlechter bezahlten Personal aufrecht zu erhalten. So nicht - das ist die einhellige Meinung der Streikenden. "Wer hier rein will, muss mit uns reden!" Das sollte auch Herr Schwörer endlich tun!  weiterlesen

SchwörerHaus: Streikende informieren Bürgermeisterin

Heute Bericht in „MDR sachsen-anhalt-heute“ und in „MDR aktuell“

Direkt vor Ort: der MDR berichtet heute vom Streik beim Häusle-Bauer © IG BAU (Ralf Rossmann)
Coswig, 29.08.2011
Um 14:30 Uhr hatten die streikenden Kollegen heute einen Termin bei der Bürgermeisterin von Coswig, Doris Berlin. Sie informierten die Bürgermeisterin über die Situation im Betrieb SchwörerHaus in Coswig. Frau Berlin, die bisher nur die Einnahmen der Stadt aus der Gewerbesteuer im Blick hatte, schaute ein wenig geschockt, als die Streikenden berichteten, was sie hier verdienen. Auf der Grundlage des im Westen gezahlten Lohnes der SchwörerHaus-Beschäftigten sind das in Coswig gerade einmal 62 Prozent. Die Streikenden fordern 18 Prozent mehr – nämlich 80 Prozent vom Westlohn. Auf’s Jahr gerechnet eine beträchtliche Differenz zur heutigen Kaufkraft. Davon würden auch das örtliche Gewerbe und der Handel in Coswig profitieren. Ihr Schlußwort: "Ich kann mich zwar nicht auf eine Seite stellen, aber Ihr habt mein volles Verständnis für eure Forderung."  weiterlesen

Streikende auf Info-Tour in Coswig

Zustimmung von Einheimischen und Urlaubern

Auf Info-Tour in Coswig: die Streikenden von SchwörerHaus © IG ABU (Ralf Rossmann)
Coswig, 29.08.2011
15 Kollegen haben das Werkstor von SchwörerHaus für kurze Zeit verlassen um in Coswig auf dem Marktplatz mit der Bevölkerung in Gespräch zu kommen. Mit Trillerpfeife und Megaphon ziehen sie über den Marktplatz. "Wir wollen erzählen um was es wirklich geht!" Ob Passanten oder Urlauber aus Hannover und Reutlingen, eines sagen sie alle: "Zu betteln ob der Lohn wenigstens mal in die Richtung WESTLOHN geht, das ist nach 22 Jahren ja fast lächerlich. Der Streik ist berechtigt!" Ein Pärchen aus Reutlingen war da noch mehr verwundert, stand doch erst vor einigen Tagen im Reutlinger General- Anzeiger „Schwörer steigert Absatz deutlich“.  weiterlesen

Vierter Streiktag bei SchwörerHaus in Coswig

Heute Info-Tour zum Markt in Coswig

© IG BAU (Ralf Rossmann)
Coswig, 29.08.2011
Seit 5 Uhr stehen die Streikenden wieder vor dem Werkstor, Mitarbeiter aus Oberstetten schütteln nur mit dem Kopf wenn die Streikenden erzählen wie hoch ihre Löhne hier in Coswig sind. Heute ist in Coswig Markt – da werden die Streikenden dabei sein. Eine prima Gelegenheit, öffentlich zu zeigen, worum es geht. Die Kollegen werden Handzettel verteilen und den Coswigern im persönlichen Gespräch erzählen, warum sie streiken: „Wir arbeiten wie im Westen bezahlen unser Leben wie im Westen – nur die Löhne bekommen wir nicht wie im Westen.“ Einige Kollegen müssen trotz guter Arbeit ergänzende Sozialhilfe beantragen. Das darf nicht sein – wir wollen von unserer Arbeit leben können! Wir fordern 80 Prozent vom Westlohn – das ist nicht überzogen, das ist maßvoll!“  weiterlesen

Streik bis zum Tarifvertrag: Mehr ist fair!

Dritter Streiktag bei SchwörerHaus in Coswig

© IG BAU (Alexander Reise)
Coswig, 26.08.2011
Auch am Freitagmorgen haben sich die Kollegen der Fa. SchwörerHaus in Coswig zum Streik vor‘m Werkstor zusammengefunden. Ihre Botschaft ist klar: „Herr Schwörer, machen sie ein ordentliches Angebot. Eines was sich für den Marktführer in der Branche sehen lassen kann.“ Sehr erfreulich ist die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger in Coswig und Umgebung. Viele kommen vorbei um zu schauen was sich bei SchwörerHaus tut.
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© IG BAU (Alexander Reise)
Coswig, 25.08.2011
Pünktlich um 5:00 Uhr standen die Anlagen und Fertigungslinien still. „So muss das sein in Sachsen-Anhalt! Wir sind ja nicht umsonst das Land der Frühaufsteher,“ bekräftigten die Kollegen. Männer und Frauen auf dem Weg zur Arbeit unterstützenden die Streikenden mit hochgerecktem Daumen und Hupkonzerten. Die Forderung ist legitim: Mindestens 80 Prozent des Lohnes, der im Westen Deutschlands gezahlt wird.  weiterlesen

65 Prozent vom Westlohn? Wir sind mehr wert!

Schwörer droht mit Aussperrung und Werksschließung

© IG BAU (Alexander Reise)
Coswig, 22.08.2011
Sie haben nach der Wende den Betrieb aufgebaut und dafür seit 17 Jahren keinen Tarifvertrag und keine Lohnerhöhung bekommen: Seit heute früh, sieben Uhr, streiken die Früh- und Spätschicht des Fertighausbauers "SchwörerHaus“ in Coswig (Landkreis Wittenberg/Sachsen-Anhalt). Zunächst nur für einen Tag – die Kollegen wollen mit ihrer Aktion den Unternehmer dazu bringen, ein neues Angebot vorzulegen.  weiterlesen

Nach 17 Jahren ohne Lohnerhöhung: Beschäftigte streiken für mehr Geld

IG BAU Dessau-Bernburg: Arbeitskampf bei „Schwörer Haus“ in Coswig

© IG BAU
Coswig, 22.08.2011
Streik bei Schwörer: Nach 17 Jahren ohne Lohnerhöhung ziehen die Beschäftigten der „Schwörer Haus KG“ in Coswig (Landkreis Wittenberg) die Reißleine. Mit einer Mehrheit von 86 Prozent haben sie für einen Streik gestimmt – jetzt ist es soweit. Heute heißt es für einen Tag „Nichts geht mehr“ beim Fertighaus-Unternehmen. Ziel der rund 60 Beschäftigten: Ein Haustarifvertrag und eine Lohnangleichung an das Westniveau.  weiterlesen

Nach 17 Jahren ohne Lohnerhöhung: Beschäftigte drohen mit Arbeitskampf

IG BAU Dessau-Bernburg: Urabstimmung bei „SchwörerHaus“ in Coswig

© IG BAU
27.07.2011
27. Juli 2011
Schwäbisches Familienunternehmen auf Abwegen in Sachsen-Anhalt: Dem Baustoffunternehmen „SchwörerHaus KG“ droht der erste Arbeitskampf der Firmengeschichte. Nachdem die Verhandlungen zwischen IG BAU und dem Unternehmen um einen Haustarifvertrag für die knapp 50 Beschäftigten in Coswig (Landkreis Wittenberg) geplatzt sind, erhöht die Gewerkschaft nun den Druck – und ruft zur Urabstimmung auf. Anfang August entscheiden die Beschäftigten in einer Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen: unbefristeter Streik nicht ausgeschlossen...  weiterlesen