Bauhauptgewerbe


„Stuttgart 21 – Sauberste Baustelle Deutschlands“

Deutsche und österreichische Baugewerkschaften vereinbaren mit Betriebsräten auf S21-Baustellen Vernetzung und enge Zusammenarbeit

Stuttgart, 03.12.2012
Die enge Zusammenarbeit von Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (Deutschland) und Gewerkschaft Bau-Holz (Österreich) mit Betriebsräten der Firmen, die auf Baustellen des Projektes Stuttgart 21 tätig sind oder tätig sein werden, nimmt konkrete Formen an. Bei einem Zusammentreffen am 3. Dezember 2012 in Stuttgart wurde ein entsprechendes Agreement beschlossen. Die Arbeitnehmervertretungen wollen, ungeachtet des vehementen politischen Streits, der in Stuttgart, in der Region und weit darüber hinaus nach wie vor geführt wird, dazu beitragen, dass während der gesamten Bauzeit für die eingesetzten Beschäftigten Schutz und Sicherheit gewährleistet werden.

Bei Stuttgart 21 hätten illegale Beschäftigung, Schwarzarbeit, Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen und untertarifliche Bezahlung keinen Platz. Stuttgart 21 soll die sauberste Baustelle Deutschlands werden.

Die Gewerkschaften und die Betriebsräte haben ein Netzwerk ins Leben gerufen, um sich jederzeit eng austauschen zu können. Damit wird auch eine erkennbare Einheit von betrieblicher und überbetrieblicher Interessenvertretung hergestellt. Die Beteiligten wollen jederzeit wissen können, wie viele Arbeitnehmer welcher Nationalitäten in welchem Zeitraum in welchen Projekten eingesetzt werden. Sollten Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen und geltende Tarifverträge festgestellt werden, werden sie gemeinsam gegenüber den Generalunternehmen darauf drängen, dass diese Verstöße sofort abgestellt und die Arbeitnehmer – gegebenenfalls auch rückwirkend – korrekt entlohnt werden. Notfalls erfolge eine gemeinsame Anzeige gegenüber den jeweiligen Behörden und dem Bauherren.

Das Netzwerk wird die enge Zusammenarbeit mit den Behörden suchen. Illegale Beschäftigung, Schwarzarbeit und Scheinselbständigkeit sollen konsequent vereitelt werden. Außerdem soll das Netzwerk um weitere Gewerkschaften vergrößert werden.

Nach dem Willen der „Netzwerker“ soll Stuttgart 21 jenseits des politischen Zwists um das Projekt eine Werbung für die Leistungsfähigkeit der Bauindustrie und deren Beschäftigten werden. Den Beschäftigten und dem möglichen Baunachwuchs sollen damit Perspektiven eröffnet werden, sich mit ganzem Stolz diesem Wirtschaftsbereich zuzuwenden. Arbeit im Baugewerbe soll sich lohnen mit dem Respekt, den die Beschäftigten verdienen!

Unterzeichnet ist die Netzwerkvereinbarung von den Gewerkschaften IG Bauen-Agrar-Umwelt (Deutschland) und Bau-Holz (Österreich), sowie von Betriebsräten der deutschen Firmen Ed. Züblin AG, Hochtief AG, Porr Deutschland, Baresel GmbH und Wayss & Freytag Ingenieurbau AG und den österreichischen Firmen Alpine BeMo Tunneling GmbH, Porr AG, SWIETELSKY BauGmbH und ÖSTU-STETTIN GmbH.