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Tarifverhandlungen Dachdecker: Innovationsfonds soll Branche attraktiver machen


© IG BAU (Paul Schimweg)
Weimar, 22.07.2014
Die Tarifverhandlungen im Dachdeckerhandwerk gehen heute in die zweite Runde. In Weimar kommt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Vertretern des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zusammen, um über die Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen der rund 80.000 Beschäftigten der Branche zu verhandeln.

Wir erwarten heute, ein verhandlungsfähiges Angebot“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Beim Gesprächsauftakt am 18. Juni 2014 hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.

Die IG BAU fordert ein Plus in Höhe von 5,8 Prozent. Gleichzeitig will die Gewerkschaft die Branche zukunftsfest aufstellen. Bei der Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks soll deshalb ein Innovationsfonds eingerichtet werden. Zu dessen Finanzierung fordert die IG BAU zusätzlich 0,5 Prozent, die als Beitrag zum Aufbau des Fonds verwandt werden sollen. „Die Branche muss für den Nachwuchs attraktiver werden und die Fachkräfte müssen auch im Alter gehalten werden. Dafür brauchen wir einen Fonds, aus dem geeignete Maßnahmen bezahlt werden können“, sagte Schäfers.

Damit Dachdecker möglichst bis zu ihrer Rente arbeiten können, kämen aus Sicht der IG BAU Instrumente wie Weiterbildung oder alternsgerechte Arbeitsplätze in Frage. Sinnvoll ist auch eine Regelung für einen sozialverträglichen Übergang in die Rente. Dieser könnte entsprechend dem Vorschlag für die Baubranche als Altersflexi-Geld geregelt werden. „Derzeit schafft es kaum ein Dachdecker, bis 65 in seinem Beruf zu arbeiten. Der Job ist knochenhart. Gut jeder zweite ist vor der Altersrente auf eine viel zu geringe Erwerbsminderungsrente angewiesen. Und im Schnitt ist ein Dachdecker erst 53 Jahre alt, wenn er erstmals die Erwerbsminderungsrente bezieht“, sagte Schäfers. „Es wäre für alle Seiten besser, wir finden als Sozialpartner eine eigene Lösung für diesen unhaltbaren Zustand. Wir wollen gemeinsam mit den Arbeitgebern passgenaue und zukunftssichere Lösungen für die Branche entwickelt, es ist höchste Zeit damit zu beginnen.