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Tarifverhandlungen am Bau ohne Ergebnis vertagt


© IG BAU (Paul Schimweg)
Berlin, 06.03.2014
Nach intensiven Gesprächen trennten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ohne ein Ergebnis. Statt eines Angebotes konfrontierten die Arbeitgeber die IG BAU-Verhandlungskommission mit ihren Vorstellungen für Streichungen und Kürzungen.

„Die Ideen der Arbeitgeber sind eine Provokation“, sagte IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus. Diese Rolle rückwärts ist mit der IG BAU nicht zu machen. Die Branche erwartet dieses Jahr ein Investitionswachstum von mehr als vier Prozent. Damit entwickelt sie sich zur Lokomotive der gesamten Wirtschaft in Deutschland. An dieser positiven Entwicklung haben die Beschäftigten einen großen Anteil. Sie verdienen es, fair daran beteiligt zu werden.“

Die IG BAU fordert für die rund 760 000 Beschäftigten am Bau ein Plus von insgesamt sieben Prozent. Neben einer deutlichen Steigerung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen sind darin bessere Bedingungen für Beschäftigte, die auswärts übernachten müssen und höhere Fahrgelder enthalten. Zusätzlich sollen die Einkommen im Osten an die des Westens schrittweise angehoben werden. Eine Lohngleichheit bis 2022 war bereits in der Tarifrunde im vergangenen Jahr vereinbart worden. Zudem müssen die Kosten der Ausbildung von den Arbeitgebern übernommen und endlich auch für Beschäftigte im Osten eine Betriebsrentenregelung eingeführt werden.

„Es ist beschämend für die Bau-Arbeitgeber, dass sie ihren Beschäftigten trotz praller Auftragsbücher und guter Gewinne noch etwas wegnehmen wollen, statt draufzusatteln. Es gäbe jetzt die Chance ernsthaft etwas für das Image der Branche zu tun. Mit ihrem Vorstoß verspielen die Arbeitgeber diese Möglichkeit. Attraktiver werden die Bauberufe bei so einer Geisteshaltung‘ nicht“, sagte Schäfers.

Die nächste Verhandlung findet am 17. März 2014 in Wiesbaden statt.

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