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Unser Lesetipp: Frau Neumann haut auf den Putz

Eine Reinigungskraft räumt mit der Politik auf


© Bastei Lübbe AG
07.03.2017
Der Sozialstaat Deutschland hat ausgedient, die Mittelschicht bricht weg, und der Niedriglohnsektor wächst. Die Politik präsentiert stolz geringe Arbeitslosenzahlen, aber was steckt in Wahrheit dahinter? Immer mehr Menschen sind inzwischen auf zwei oder drei Jobs angewiesen, um über die Runden zu kommen. Etwas läuft gehörig schief in diesem Land.

Und vergangenes Jahr im Mai tauchte plötzlich jemand auf, der bereit war, die Missstände kompromisslos anzusprechen: Die Gebäudereinigerin Susi Neumann hat Sigmar Gabriel vor laufenden Kameras die Leviten gelesen. „Warum bleibt ihr denn dann bei den Schwatten?“, fragte sie einfach.

Gabriel war sprachlos, aber endlich hatten all jene eine Stimme, die ihr Leben lang den Rücken krummmachen und trotzdem von ihrer Arbeit kaum oder gar nicht leben können – schon gar nicht im Alter.

Susanne Neumann hat die Schwachstellen unseres Sozialsystems sehr gut erkannt. Nach jahrzehntelangem Dienst mit Schrubber und Wischmopp weiß sie genau, was schlechte Bezahlung und die Angst vor dem sozialen Abstieg bedeuten. Schon lange kämpft sie als IG BAU-Mitglied für die Rechte ihrer Kolleginnen, „ihrer Mädels“, wie sie sagt.

In ihrem Buch „Frau Neumann haut auf den Putz“, das gerade bei Bastei Lübbe erschienen ist, zeigt Susi Neumann anhand ihrer Lebensgeschichte, dass in allen gesellschaftlichen Bereichen soziale Ungerechtigkeit herrscht, mit katastrophalen Folgen für Deutschland.

Susanne Neumann ist eine wichtige Stimme in unserem Land, insbesondere im Wahljahr.


224 Seiten, 15 Euro,
www.bastei-luebbe.de