Aufstehen in aller Frühe, Einkauf beim Großmarkt, Tragen von schweren Töpfen und Erdsäcken sowie langes Stehen und Arbeitszeiten mit Feiertags- und Sonntagsdiensten mit jeder Menge Überstunden. Bei besonderen Tagen wie dem Valentinstag kommt noch großer Zeitdruck und Hektik hinzu.
Die trotz der Belastungen tadellose Arbeit der Beschäftigten muss auch ordentlich bezahlt werden, fordert die Floristengewerkschaft IG BAU. „Floristinnen und Floristen identifizieren sich überdurchschnittlich stark mit ihrem Beruf. Ihr Engagement muss aber auch ein Einkommen sichern, das zu einem sorgenfreien Leben reicht“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Harald Schaum. Derzeit erhalten die Fachkräfte im Westen einen Tariflohn von 1600 Euro im Monat. Ungelernte Kräfte bekommen 1360 Euro.
Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Situation im Osten der Republik. Trotz intensiver Bemühungen der IG BAU sind dort die Arbeitgeber noch immer nicht bereit, sich auf einen Tariflohn für ihre Mitarbeiter zu einigen. Ein Zustand, der zu hohem Lohndruck führt. „Im Osten müssen sich die Arbeitgeber endlich bewegen. Mehr als 20 Jahre nach der Deutschen Einheit ist es nur gerecht, dort die Floristen endlich vernünftig zu entlohnen“, sagte Schaum. „Das ist im Übrigen auch im Interesse der Arbeitgeber. Nur eine Bezahlung, die zum Leben reicht, sichert der Branche auch in Zukunft ausreichend Nachwuchs.“
Im Westen wird sich die IG BAU in einigen Wochen für ein Plus der rund 26 725 Beschäftigten der Branche einsetzen. Nach der erfolgreichen Tarifrunde 2009 stehen im Sommer wiederum Lohntarifverhandlungen an. „Alles ist in den vergangenen Monaten teurer geworden. Vor allem die höheren Energiepreise zehren an den Einkommen“, sagte Schaum. „Deshalb brauchen die Beschäftigten einen angemessenen Zuschlag zu ihren Löhnen. Ein faires Plus zeigt Wertschätzung für gute Arbeit und setzt dazu ein Zeichen, damit der kreative und anspruchsvolle Beruf weiterhin attraktiv bleibt und die Arbeitnehmer genug zum Leben haben.“
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