Senioren


Volles Haus in der Frankenwaldhalle

17. Oberfränkisches IG BAU-Seniorentreffen in Grafengehaig


© IG BAU (Klaus-Peter Wulf)
30.06.2016
Mit über 430 Personen war das 17. Oberfränkische Seniorentreffen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Frankenwaldhalle in Grafengehaig sehr gut besucht. Der oberfränkische Seniorenbeauftragte Günther Schmidt freute sich über eine volle Halle, die zeige, dass die Senioren weiterhin treu und aktiv zu ihrer Gewerkschaft stehen sowie sich engagieren. „Habt eine gute Unterhaltung sowie Spaß und Freude im vertrauten Kreise“, wünschte Schmidt den Gekommenen.

Hauptredner war Konrad Carl aus München, der von 1981 bis 1991 zehn Jahre Bundesvorsitzender der Baugewerkschaft war. Er hatte zur Unterstützung gleich drei Busse aus München, Ingolstadt und Weilheim mit nach Oberfranken gebracht. „Wir gehören dazu und wenn ihr uns braucht, dann sind wir da und bekunden unsere Solidarität im Kampf für einen gerechten Lohn“, betonte der ehemalige Bundesvorsitzende.

Einen besonderen Gruß entbot Carl den vielen Frauen im Saal und freute sich, dass sie dabei sind. „Es gehört zum sozialen Fortschritt, den Skandal zu beenden, dass ihre Arbeit immer noch nicht so bezahlt wird wie die der Männer!“ Konrad Carl zeigte den Zuhörern auf, dass er seit 70 Jahren dieser Gewerkschaft als Zimmermeister angehört und sagte: „Der Mensch steht für uns Bauleute immer im Vordergrund. Gemeinsam wurde der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen und durch den wirtschaftlichen Fleiß Deutschland aufgebaut. Uneingeschränkt stehen die Gewerkschaftler zum Grundgesetz, und wer heute als Flüchtling oder Asylsuchender zu uns kommt, muss sich auch daran halten und dazu bekennen. Wer es nicht tut, der muss wieder dahin gehen, woher er kommt."

Solidarität sei Hilfe und sie müsse für alle Arbeitnehmer geleistet werden. Jedem müsse die Rente, für die er ein Leben lang gearbeitet habe, reichen. „Die große und gute Lösung ist eine Versicherung für alle, die Bürgerversicherung“, betonte Carl. Er bat die Zuhörer zudem dafür zur sorgen, dass alle zu anstehenden Wahlen gehen, um den Rechtsgerichteten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es müsse gelingen im Zusammenbringen aller demokratisch Denkenden, und dazu zählten auch die Gewerkschaften, die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Konrad Carl schloss mit einem „Glück auf für uns alle!“

Der stellvertretende IG BAU-Regionalleiter von Franken, Thomas Depner, war überwältig, dass so viele die Frankenwaldhalle füllten. Er beschrieb die Senioren als starke Gemeinschaft, die die IG BAU jahrzehntelang mit gestaltet und unter anderem half, viele Tarifverträge - die besten im Handwerk! – durchzuboxen. Dazu zählten auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie viele Dinge, die heute Standard sind.

„Die heutigen Renten der Zusatzversorgungskasse (ZVK) standen in der Vergangenheit immer wieder zur Disposition. Sie konnten aber in der vorletzten Tarifverhandlung gesichert werden. Für jetzige Rentner bleibe es wie es ist und für künftige werde es nach und nach auf ein kapitalgedecktes System umgestellt“, sagte Depner und betonte: Das soll uns erst einmal einer nachmachen.

Insgesamt liefen und laufen in diesem Jahr Tarifverträge für rund zwölf Millionen Beschäftigte aus. Und der Bau boome wie schon seit Jahren nicht mehr. 4,6 Prozent mehr Geld für 22 Monate wurden durchgesetzt. Ein wichtiger Zweig in der IG BAU seien zudem die Gebäudereiniger, für die 9,80 Euro Mindestlohn erfochten wurden, der im Januar auf zehn Euro steige.

Grafengehaigs Bürgermeister Werner Burger entbot allen Gästen ein herzliches Willkommen im Markt Grafengehaig. Dieses IG BAU-Seniorentreffen finde nunmehr in ununterbrochener Folge zum 17. Male im Frankenwald statt und gehöre damit zum festen Bestandteil des örtlichen Veranstaltungskalenders.

Eine gute Bewirtung stelle das Team des Sportvereines Grafengehaig sicher. „Es klappt einfach wieder einmal prächtig und ich wünsche allen gute Gespräche heute Nachmittag“, sagte Burger. Er vergaß nicht auf die Stände des „Lädla“ mit Spezialitäten und des Strickkreises im Foyer mit vielen Köstlichkeiten aus der Region und schönen Sachen als Mitbringsel hinzuweisen. Für den musikalischen Unterhaltungspart sorgte in gewohnter Weise Jürgen Wallner.

Ein Beitrag unseres Kollegen Klaus-Peter Wulf.