E-Klasse / Wir sind die IG BAU


Vom Forst-Schüler zum Mentor

Mirko Hahn
Mirko Hahn © IG BAU (Dietmar Gust)
11.10.2013
Forstwirt Mirko Hahn wurde die Faszination für seinen Beruf „in die Wiege gelegt“ – schon sein Vater und Großvater waren im Forstbereich tätig. Jetzt will er sein Wissen weitergeben. Mirko Hahns Augen glänzen, als er von seiner Kindheit im Erzgebirge erzählt. Mit dem Vater raus in den Wald, nahe seines Heimatorts Sosa – das war etwas ganz besonderes:

„Es gab kaum einen Samstag, an dem ich nicht mit rausgefahren bin“, erinnert sich der heute 24-Jährige. Schon Mirkos Großvater war Förster, sein Vater Forstwirt. Von ihm hat Mirko viel über den Wald und dessen Bewohner gelernt.

Trotzdem rät Hahn Senior seinem Sohn zunächst davon ab, in seine Fußstapfen zu treten. Er warnt: Es ist nicht leicht, eine ordentlich bezahlte Anstellung zu finden. Für Mirko keine leichte Entscheidung, sagt er zögerlich. Doch er will es wissen: Mirko beginnt seine Ausbildung zum Forstwirt, macht im Forstbereich den zweitbesten Abschluss seines Jahrgangs in ganz Sachsen.

2009 tritt er der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bei. „Ich bin schon immer für die Rechte anderer eingetreten“, sagt er mit ruhiger Stimme: „Ein Arbeitskollege meines Vaters, der Personalrat ist, hat mich dann an die Personalratsarbeit und an die Gewerkschaft herangeführt.“

Nach Ende der Ausbildung erhält er zunächst eine befristete Anstellung, dann verlässt er sein Erzgebirge und findet 200 Kilometer entfernt eine unbefristete Anstellung im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Mirko wird Ranger. „Das umfasst unter anderem Gebietskontrolle, Überwachungs- und Naturschutzaufgaben sowie die Instandhaltung von Erholungseinrichtungen.“

Doch damit nicht genug: Er lässt sich zusätzlich zum staatlich geprüften Waldpädagogen ausbilden, denn „es fasziniert mich,

dass ich mit vielen Leuten zusammenkommen, mein erworbenes Wissen weitergeben und andere für die Natur sensibilisieren kann“. Neben seinen Aufgaben als Ranger betreut Mirko hin und wieder Besuchergruppen, die sich auf das Abenteuer Wald einlassen wollen.

Unentwegt gelernt

Auch in der IG BAU fasst er Fuß: In Südwestsachsen engagiert er sich im Bezirksjugendvorstand und in der Fachgruppe Forstwirtschaft. Dieses Jahr nahm er als Delegierter am 21. Ordentlichen Gewerkschaftstag in Berlin teil. Dort angekommen, sprach er mit den Kolleginnen und Kollegen aus seinem Bezirksverband Südwestsachsen.

Entspannt, aber zielstrebig stimmte sich Mirko mit ihnen auf die Wahlen und Abstimmungen auf dem Gewerkschaftstag ein. „Man trifft dort viele unterschiedliche Charaktere und lernt ständig voneinander“, freut er sich.

Gelernt hat Mirko in den vergangenen Jahren unentwegt – von seinem Vater, in der Ausbildung, im Beruf, als Mitglied in verschiedenen Personalvertretungen und in der IG BAU. Jetzt fühlt er sich bereit, anderen etwas beizubringen. Sein Ziel: In seinem jetzigen Betrieb Lehrlinge auszubilden, um „Erfahrungen weiterzugeben, aber auch Neues zu entwickeln“. Wenn möglich, würde er sich dafür gerne zum Forstwirtschaftsmeister weiterbilden.

Privat kann er sich gut vorstellen, in einigen Jahren eine Familie zu gründen. Vielleicht wird er es dann sein, der mit Sohn oder Tochter durch den Wald streift, um ihnen den Blick auf die Schätze der Natur zu öffnen.

„Auf alle Fälle würde ich ihnen ähnliche Freiheiten ermöglichen wollen, wie sie mir geboten wurden.“ Ob seine künftigen Kinder später einen naturnahen Beruf ergreifen, darin will sich Mirko nicht einmischen, denn „jeder Mensch hat eigene Interessen und entwickelt sich anders. Ich würde mich dem aber sicher nicht in den Weg stellen.“

Ein Beitrag unseres Volontärs Julian Fath in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", 10/2013.

Wählt mit: Mirko Hahn auf dem Gewerkschaftstag der IG BAU © IG BAU (Dietmar Gust)