Frauen


Wann, wenn nicht jetzt – verweilen


© NicoLeHe / www.pixelio.de
05.12.2013
Ein Jahr lang haben die IG BAU-Frauen zum Thema „Zeit“ diskutiert. Dabei haben sie erkannt: Wer Wettbewerb sagt, sagt auch Beschleunigung und verpasst sein Leben. Der Advent war mal eine Zeit des Wartens auf das große Fest. In Kinderliedern ist die Vorfreude auf Weihnachten noch spürbar. Verbunden mit der Erinnerung sind Düfte: nach Zimt, Anis und frisch gebackenen Plätzchen, Kerzenwachs, gebrannten Mandeln. Zeit der Ruhe?

Neue Devise: „Zeit = Geld“. Wettbewerb. Immer mehr. Konsum. Eile, Hast, Hektik. Im „Burn-out“, dem Namen für die Krankheit des Ausgebrannt-Seins, ist die Lebensflamme erloschen – kein Sinn mehr erkennbar.

Zeit ist Leben! Wir brauchen Zeiten des absichtslosen Verweilens. Zwischenzeiten, Fragezeiten, Denk- und Antwortzeiten. Sinnliches Wahrnehmen ist träge. Der Duft ist träge. Düfte kann man nicht schnell aufeinanderfolgen lassen. Zimt,
Anis und frisch gebackene Plätzchen, Kerzenwachs, gebrannte Mandeln laden ein zum Verweilen. Es ist das Innehalten, das uns Zeit, Raum und Sinn gibt.

Ein Beitrag unserer Kollegin Sylvia Honsberg in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", 12/2013-01/2014.