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Welttag des Ehrenamts: Solidarität als Ehrensache


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 01.12.2016
Anlässlich des bevorstehenden Welttags des Ehrenamts am Montag, den 5. Dezember 2016, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt: „Ehrenamtlich aktiv sein heißt, Demokratie bewusst gestalten. Ehrenamtlich aktiv sein heißt, für Freiheit zu stehen und Vorbild für Menschlichkeit und Solidarität zu sein.

Also nicht nur für seine Interessen einzustehen, sondern auch Hilfe für seine Mitmenschen zu leisten, ohne gleich selber direkt davon betroffen zu sein“, sagt Carsten Burckhardt, Mitglied im Bundesvorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). „Die Kolleginnen und Kollegen stellen ihre freie Zeit und ihr Know-how – meist nach einem langen Arbeitstag – sozusagen solidarisch der ganzen Gesellschaft zur Verfügung. Auch deshalb ist das Engagement von Kolleginnen und Kollegen nicht hoch genug einzuschätzen.“

Gewerkschaften wurden einmal als Selbsthilfeorganisation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegründet. Sie waren also seit Beginn ehrenamtliche Organisationen. Irgendwann haben dann die ehrenamtlichen GewerkschafterInnen „Angestellte“ eingestellt, die sie bei ihrer Arbeit hauptberuflich unterstützten. „Diese Art der Teilhabe hat sich nicht grundlegend verändert. Aber aktives Engagement in der Gewerkschaft ist heute wieder wichtiger geworden. Das ist auch eine Herausforderung für die Gewerkschaft selbst“, meint Burckhardt und führt weiter aus: „Klar ist, Gewerkschaften können ihrer Rolle nur gerecht werden, wenn ihre Mitglieder eingebunden sind. Beschäftigte müssen sicher sein, ihre Interessen und Ideen zählen.“

„Gewerkschaften würde es ohne Ehrenamt nicht geben“, stellt Burckhardt fest. „Sie machen mit ihrem Engagement die Interessensvertretung in der Breite überhaupt erst möglich. Bildungsarbeit, Mitbestimmung durch Betriebsräte oder Tarifpolitik wäre ohne unsere Kolleginnen und Kollegen nicht drin.“ Über 2000 Aktive in der IG BAU diskutieren, planen und gestalten ihre Branche und legen den Grundstein für unsere gemeinsame Tarifarbeit in den Fachgruppen. 525 Kolleginnen und Kollegen arbeiten in den Bezirksvorständen mit und tragen dadurch zur politischen Willensbildung bei.

Darüber hinaus haben Gewerkschaften auch auf gesellschaftlicher Ebene einiges an Mitspracherecht. „Es gibt viele Themen, die ohne Gewerkschaften und deren Mitglieder nicht auf’s Tapet kommen würden“, sagt Carsten Burckhardt. Kolleginnen und Kollegen der IG BAU vertreten die Beschäftigten aus dem Grünen Bereich, vom Bau oder aus der Gebäudereinigung, zum Beispiel im Widerspruchsausschuss bei gesetzlichen Krankenkassen oder der Rentenversicherung, als ehrenamtliche RichterInnen an den Arbeits- und Sozialgerichten oder als PrüferInnen in Berufsbildungsausschüssen.