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Welttag für menschenwürdige Arbeit: Große Koalition muss Befristungsunwesen stoppen


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 07.10.2014
Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Politik auf, bessere Rahmenbedingungen für Beschäftigte zu schaffen. Insbesondere kritisiert die IG BAU das Befristungsunwesen. „Die Große Koalition muss den Missbrauch der sachgrundlosen Befristung endlich unterbinden. Wir brauchen faire Arbeit, jetzt! Der deregulierte Arbeitsmarkt macht die Beschäftigten erpressbar“, stellte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux fest

„Fast jedes zehnte Arbeitsverhältnis in Deutschland ist inzwischen befristet. Meist ohne Grund. Die Betroffenen trauen sich aus Sorge um die Verlängerung ihres Arbeitsverhältnisses oft nicht ihre gesetzlichen und tariflichen Rechte einzufordern. Vor allem Frauen werden durch Kettenbefristungen unter Druck gesetzt. Sie stellen seit Jahren die Mehrheit der befristet Beschäftigten.“

Laut Statistischem Bundesamt nahmen die befristeten Arbeitsverhältnisse innerhalb von 21 Jahren um knapp drei Prozentpunkte auf 8,6 Prozent im Jahr 2012 zu. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei jungen Beschäftigten. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hat sich die Zahl von 8,2 Prozent 1991 auf 17,9 Prozent im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Die ausufernde Deregulierung bewirkt, dass Unternehmer auf Kosten ihrer Mitarbeiter risikolos Gewinne einstreichen. Wohin die Entkopplung von Risiko und Profit führt, haben wir sehr deutlich in der Finanzkrise gesehen. In der Realwirtschaft ist sie um keinen Deut besser. Solche Auswüchse müssen gestoppt werden.

Insbesondere in der Gebäudereinigung sind Arbeitsverträge mit Verfallsdatum ein Problem. Mit rund 13 Prozent arbeiten überdurchschnittlich viele Beschäftigte befristet. Dass es nicht noch mehr sind, ist in der Regel starken Betriebsräten zu verdanken. „In dieser Branche hat sich die Praxis herausgebildet, das unternehmerische Risiko auf die Arbeitnehmerinnen zu verlagern. Ihr Vertrag läuft oft nur so lange, wie der Auftrag für das zu reinigende Objekt besteht. Fällt der Auftrag weg, sind sie ihren Job los“, sagte Laux.

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