IG BAU - die tun was!


Wenn es sein muss, streiken wir!


31.03.2017
Die Tarifrunde 2015 endete ohne Tarifvertrag in der Sand-, Kies-, Mörtel- und Transportindustrie (SKMT) im Tarifgebiet Nord. Darüber freuten sich die Arbeitgeber. Aber nicht alle Beschäftigten wollten sich damit abfinden und haben nun ihre Forderungen durchgesetzt.

Dass es 2015 zu keinem Abschluss kam, lag zum einen am schlechten Organisationsgrad und zum anderen am mangelnden Engagement in den tarifgebundenen Betrieben.

Inzwischen ist eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im SKMT-Bereich zu spüren, davon wollten die Beschäftigten der Firma Sibo ihren Anteil. Einige wandten sich an die IG BAU im Bezirksverband Nordwest-Niedersachsen, um zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, an diesem wirtschaftlichen Erfolg ihres Betriebes beteiligt zu werden.

Die Gewerkschaftsmitglieder der Sibo entschieden sich, nach intensiven Beratungen, für Haustarifverhandlungen. Es war klar, dass Sibo als Verbandsmitglied solche Verhandlungen nicht führen kann, aber die Mitglieder wollten versuchen, so Druck auf den Verband auszuüben. Dazu waren ihnen drei Dinge wichtig:

  • Information der Belegschaft,
  • enge Zusammenarbeit mit den Gewerkschaftssekretären der IG BAU,
  • Organisationsgrad auf mindestens 50 Prozent erhöhen.

Sie machten sich an die Arbeit und schafften es, einige Werke der Sibo sogar zu 100 Prozent zu organisieren.

Mit der hierdurch gewonnenen Kraft und dem Rückhalt der Belegschaft wählte die Sibo-Betriebsgruppe der IG BAU im Oktober 2016 vorsorglich eine Tarifkommission. Diese konfrontierte den überraschten Arbeitgeber mit den Forderungen der Beschäftigten:

  • Anschlusstarifvertrag an den Flächentarif,
  • Festbeträge für die tariflose Zeit - 150 Euro pro Monat,
  • Lohnerhöhung um 85 Cent pro Stunde für alle Lohngruppen,
  • Besserstellung der Gewerkschaftsmitglieder im Betrieb.

Und dafür waren die Kollegen bereit, wenn es notwendig wäre, auch in den Arbeitskampf zu ziehen.

Das gewerkschaftliche Engagement seiner Beschäftigten hat den Arbeitgeber so beeindruckt, dass er beim Arbeitgeberverband vorstellig wurde. Die Gewerkschaftsmitglieder bei Sibo haben es geschafft, dass die Tarifverhandlungen für die SKMT-Industrie für den gesamten Bereich Nord wieder aufgenommen wurden. Sie haben mit ihrem gewerkschaftlichen Engagement dafür gesorgt, dass am Ende eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent vereinbart werden konnte.

Aus Wenigen werden Viele, und Viele können etwas erreichen. Ein leuchtendes Beispiel für gelebte Solidarität.

IG BAU - die tun was!