Bauhauptgewerbe


Winterarbeitslosigkeit verhindern

IG BAU: Betriebe sollen Saison-Kurzarbeitergeld beantragen

© b_engel
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06.12.2012
Wenn der Winter auf dem Bau für eine Zwangspause sorgt, machen die Baustellen dicht. Trotzdem muss kein Bauunternehmer seine Beschäftigten auf die Straße setzen. Das Rezept gegen die Winterarbeitslosigkeit heißt: „Saison-Kurzarbeitergeld“.

„Winterbrücke“ statt Arbeitslosigkeit: Dem „Frust beim Frost“ will die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt vorbeugen und appelliert deshalb an die Baufirmen sowie die Betriebe im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, auf witterungsbedingte Kündigungen in den kommenden Wochen zu verzichten. Um die unfreiwilligen Arbeitspausen zu überbrücken, sollten die Firmen stattdessen das sogenannte Saison-Kurzarbeitergeld nutzen. Damit könnten die Jobs winterfest gemacht werden.

Das ‚Saison-Kug’ bietet Firmen die Möglichkeit, Mitarbeiter weiterzubeschäftigen – auch wenn auf den Baustellen wegen Eis und Schnee nichts mehr geht. Wegen des Wetters müsse heute kein Bauarbeiter, Landschaftsgärtner, Dachdecker oder Gerüstbauer auf die Straße gesetzt werden. Wenn während der Kälteperiode die Aufträge ausbleiben, zahlt die Arbeitsagentur die Löhne und Gehälter. Vorausgesetzt, der Betrieb hat das ‚Saison-Kug’ beantragt. Nach Angaben der IG BAU haben bereits im letzten Winter zahlreiche Firmen die Regelung genutzt. So haben im Dezember 7.973 Unternehmen das Saison-Kurzarbeitergeld beantragt. Im Januar sind es sogar 13.848 gewesen.

Von der „Lohn-Winterbrücke“ profitieren, so die IG BAU, nicht nur die Beschäftigen, sondern auch die Chefs. Sie brauchen eingearbeitete und qualifizierte Mitarbeiter nicht kündigen, die im Frühjahr bei vollen Auftragsbüchern wieder benötigt werden.Und das ist gerade in Zeiten von Fachkräftemangel besonders wichtig.

Das „Saison-Kug“ können laut IG BAU alle Firmen aus dem Baugewerbe, dem Dachdeckerhandwerk, dem Gerüstbau sowie dem Garten- und Landschaftsbau unter Berücksichtigung von Arbeitszeitguthaben beantragen. Jeder Beschäftigte erhält dann von Dezember bis März ein Ausfallgeld von 60 Prozent des Nettolohns; Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind sogar 67 Prozent. Im Gerüstbau hat die Schlechtwetterzeit bereits im November begonnen. Bis auf einen kleineren Betrag zu den Sozialabgaben entstehen den Betrieben keine zusätzlichen Kosten.