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Ziegelindustrie: Saison-Kug-Gegner blockieren Gespräche


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 25.08.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert die Unternehmen der Ziegelindustrie auf, ihren Beschäftigten Winter-Entlassungen zu ersparen. Hintergrund ist die Weigerung der Arbeitgeber, über die Einführung des Saison-Kurzarbeitergelds (Saison-Kug) zu verhandeln.

Die IG BAU fordert Einführung dieses Instruments für die rund 10 000 Beschäftigten der Branche, um wiederkehrende Entlassungen in den Wintermonaten zu vermeiden. Nach Gesprächen hatten die Arbeitgeber gestern (für die Red.: 24. August 2016) mitgeteilt, dass sie sich zu Verhandlungen über ein Saison-Kug nicht in der Lage sehen.

„Es ist enttäuschend, dass die Arbeitgeber der Ziegelindustrie ihre Beschäftigten buchstäblich im Regen stehen lassen. Nach dem positiven Auftakt der Gespräche haben sich die wenigen Blockierer unter den Arbeitgebern leider durchgesetzt“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum. „Sie verhindern die Absicherung der Beschäftigten, die arbeitslos werden, weil die Produktion bei schlechter Witterung ruht.“

In einer Umfrage der IG BAU gaben drei Viertel der Befragten an, von Ausfallzeiten betroffen zu sein. Eine Überbrückung mit Hilfe von Arbeitszeitkonten sei meist nicht möglich, weil die angesammelten Stunden dafür nicht ausreichen. Das Saison-Kug verhindert dagegen Entlassungen. Betroffene Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent des Netto-Lohns. Wer Kinder zu versorgen hat, bekommt 67 Prozent. Grundlage dafür ist jedoch ein Tarifvertrag, der zwischen IG BAU und Arbeitgebern ausgehandelt werden muss. In den Branchen Bauwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau, Dachdecker und Gerüstbau hat sich das Instrument seit Jahren bewährt.

Laut aktuellem Branchenbericht des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wuchs der Umsatz der Steine-Erden-Industrie – zu der die Ziegelindustrie gehört – in den ersten drei Monaten dieses Jahres um drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund sei der Bauboom. Die Prognose für 2016 und 2017 sieht weiteres Wachstum.