Die baden-württembergische Regionalleiterin der IG BAU reagiert damit auf Hinweise, wonach die gute Lage am Arbeitsmarkt zu einem Rückgang der Schwarzarbeit führe. „So eine Aussage ist trügerisch. Gerade jetzt wittern schwarze Schafe unter den Bauunternehmern Morgenluft“, so Hamm.
Die Landeschefin der IG BAU in Baden-Württemberg warnt davor, die Kontrollen des Zolls zurückzufahren. „Wir sind nach wie vor meilenweit von einer ‚heilen Arbeitswelt’ entfernt“, so Inge Hamm. Mit 14 in dieser Woche aufgedeckten Verstößen habe eine einzige Razzia auf der Baustelle am Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs gezeigt, dass illegale Praktiken selbst vor „prominenten Baustellen“ nicht Halt machten. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls sei das wirkungsvollste Instrument, um gegen illegale Praktiken vorzugehen. „Es macht deshalb Sinn, die Kontrolleure aufzustocken. Für Unternehmer müssen Kontrollen stets ein unkalkulierbares Risiko sein“, sagt die baden-württembergische Regionalleiterin der IG BAU.
Gerade auf Baustellen mit einem undurchschaubaren Geflecht von Sub-Sub-Unternehmen sei die Chance groß, auf illegale Machenschaften zu stoßen, so Hamm. Dabei profitierten alle von den Kontrollen der FKS: „Der Staat verliert Unsummen an Steuern und Sozialabgaben durch Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und auch durch die Missachtung vom Mindestlohn“, sagt Inge Hamm. Von jedem Euro, der beispielsweise in den regulären Neubau eines Wohnhauses in Baden-Württemberg investiert werde, würden im Schnitt 51 Cent an den Staat fließen – für Mehrwert- und Lohnsteuern, Soli, Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. „Das ist das Geld, was in öffentlichen Kassen fehlt, wenn Unternehmer den Staat betrügen“, so Inge Hamm.