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Aktionen bei Xervon: Faire Bezahlung - Jetzt!


© IG BAU (Sascha Brüggemann)
25.01.2018
Die IG BAU hat den Entgelttarifvertrag für die Beschäftigten der Xervon GmbH zum 30. September 2017 gekündigt. Die Xervon GmbH hat die Tarifverträge zum 13. Monatseinkommen und einer erfolgsabhängigen Jahressonderzahlung sowie den Tarifvertrag zur Übernahme der Auszubildenden zum 31. Dezember 2017 fristgerecht gekündigt. Da bereits mehrere Verhandlungen ergebnislos in die Lande zogen, machten die Beschäftigten an Rhein und Ruhr ihrem Unmut nun Luft.

„Wir haben in dieser Woche mit den ersten Warnstreiks begonnen. In Duisburg haben unsere Kollegen Flagge für gerechte Löhne gezeigt“, so Betriebsratsvorsitzender Rüdiger Domkowski.

Die Gewerkschaft fordert für ihre Mitglieder eine Erhöhung des Eckentgelts (E 6) rückwirkend zum 1. Oktober um 1 Euro von 17,35 Euro auf 18,35 Euro, sowie eine jeweilige Anpassung der anderen Entgeltstufen. Außerdem soll es ein 13. Monatsgehalt von derzeit 2.932,10 Euro geben.

„Die Beschäftigten bei Xervon machen täglich einen Knochenjob. Dafür haben sie eine faire Bezahlung verdient. Die Arbeitgeber haben uns 1,5 Prozent angeboten. Das ist ein Schlag ins Gesicht für unsere Kolleginnen und Kollegen“, so Gewerkschaftssekretär Bernd Neumann.

Unter dem Applaus der knapp 60 Beschäftigten am ersten Warnstreiktag führte Neumann auch die Ansichten der Arbeitgeber aus. „Die Arbeitgeber finden unsere Forderungen überzogen und fühlen sich an die 70er-Jahre erinnert. Nur unter Androhung des Scheiterns konnten wir ihnen ein Angebot abringen.“

Auch mit dem Thema demografische Entwicklung beschäftigt sich die Tarifkommission der IG BAU. So fordert sie eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreicher Prüfung. „Wir brauchen neue junge Leute, die uns unterstützen. Die Auftragsbücher sind voll und es ist genug Arbeit da. Aber um gute Beschäftigte zu finden, müssen wir ihnen Perspektiven und faire Löhne anbieten. Das ist mehr als zeitgemäß und nötig, um wettbewerbsfähig zu sein,“ so Domkowski weiter.

Am kommenden Montag wird weiter verhandelt. Auch dann wollen wieder etliche Gewerkschafter ihre Tarifkommission unterstützen. Sie planen eine gemeinsame Aktion. „Die Kumpels machen nun Druck auf den Kessel. Es wird Zeit, dass wir endlich ein Angebot bekommen, dass seinen Namen auch verdient. Unsere Beschäftigten werden unruhig und sind auch bereit, für einen Tariferfolg zu kämpfen,“ so Rüdiger Domkowski abschließend.