Tarifbewegung Bauhauptgewerbe 2018


Auf dem Bau arbeitet keiner für lau


© IG BAU
Ascheberg, 16.04.2018
Rund 60 Kolleginnen und Kollegen folgten der Einladung ihrer Gewerkschaft zur Betriebsrätekonferenz am 14. April in Ascheberg. In intensiven Diskussionen stand vor allem der Austausch über die Stimmung auf Baustellen und Planung von Aktivitäten auf dem Plan. Bodo Matthey, IG BAU-Regionalleiter Westfalen, gab einen Bericht aus der Verhandlungskommission. “Was die Arbeitgeber da machen, hat mit Tarifverhandlungen nichts mehr zu tun. Ich bin völlig schockiert über die Ansichten der Firmenchefs“, so Gewerkschafter Matthey.

In den ersten Verhandlungen zeigte sich bereits, dass die Vorstellungen der Beschäftigten und der Arbeitgeber meilenweit auseinander liegen.
So argumentieren letztere, dass ja etliche neue Jobs geschaffen wurden. Matthey dazu: “Ja, wollen die uns für dumm verkaufen? Ohne die vielen neuen Kolleginnen und Kollegen könnten die Aufträge gar nicht mehr geschafft werden. Die Branche boomt und die Gewinne sprudeln. Es scheint, als wollen die Arbeitgeber den Erfolg der Baubranche nicht mit ihren Beschäftigten teilen.“

Vor allem die Förderung “Wegezeit = Arbeitszeit" stößt auf völliges Unverständnis auf Unternehmerseite.

“Ich habe genau zugehört. In beiden Verhandlungen sprechen die Arbeitgeber immer nur von Zahlen und nicht über ihre Beschäftigten. So sieht keine Wertschätzung für den harten Job aus, den unsere Kolleginnen und Kollegen täglich leisten. Mit ihren Spielchen provozieren die Arbeitgeber eine Eskalation", so Bodo Matthey.

Aber auch rechtliche Grundlagen über das Verhalten von Betriebsräten in Tarifauseinandersetzungen wurden thematisiert. Dazu gab Sven Bönnemann, stellvertretender Regionalleiter in Westfalen, einen kurzen Überblick. „Aktuell finden überall Betriebsratswahlen statt. Da macht es Sinn, die Belegschaften in Betriebsversammlungen zu informieren. Aber auch das Thema Tarifverhandlungen soll natürlich mit auf die Tagesordnung genommen werden. Unsere Sekretärinnen und Sekretäre unterstützen die Aktiven natürlich sehr gerne und stehen für alle Versammlungen und Aktivitäten zur Verfügung“, so Bönnemann.

In verschiedenen Workshops wurden Aktionen geplant. Seien es Baustellenfrühstücke, Rundgänge oder auch Aktionen in den Innenstädten. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich viele Gedanken gemacht, wie die Tarifrunde unterstützt werden soll.

„Wichtig ist, dass viele Beschäftigte mitziehen. Die Betriebsräte sind sich einig, dass nun mehr Druck auf den Kessel kommt. Für die anstehenden Verhandlungen am Montag wünschen wir der Verhandlungskommission viel Erfolg. Die besseren Argumente haben wir auf jeden Fall auf unserer Seite“, so Sven Bönnemann abschließend.