Tarifbewegung Bauhauptgewerbe 2018


„Bau-Pause“ in Coburg


© IG BAU
09.05.2018
Bauarbeiter der Firma RAAB Baugesellschaft mbH & Co. KG aus Ebensfeld machten ihrem Ärger Luft: Sie ließen Schubkarre, Schaufel, Kelle & Co. liegen – und das mitten auf der Baustelle ASB Service Wohnen auf der Bertelsdorfer Höhe am Max-Böhme-Ring in Coburg. Genau dort gab es heute um 9 Uhr eine „Bau-Pause“ – eine Bau-Infoaktion.

Die 15 Kollegen der Firma RAAB wollten damit auch Druck auf Ihren Chef, den Präsidenten der Bayerischen Baugewerbeverbände und Sprecher der Landesvereiningung Bauwirtschaft Bayern (LVB), Wolfgang Schubert-Raab, ausüben. Er soll seinen Einfluss entsprechend auf die anderen Arbeitgeber geltend machen. Hat Schubert-Raab doch erst im April 2018 auf die nochmals deutlich verbesserte Konjunktureinschätzung der Branche aufmerksam gemacht. Da passt für die Kollegen vom Bau und vor allem bei seinen eigenen Beschäftigten etwas nicht zusammen.

Die IG BAU Franken nennt den Grund für den Bau-Protest: „Bei den Bauarbeitern wächst die Unzufriedenheit. Auf Deutsch gesagt: Sie sind stinksauer, weil die Arbeitgeber die Tarifverhandlungen zum Scheitern geführt haben. Die Bau-Bosse sind nicht bereit, ein vernünftiges Lohn-Plus auf den Tisch zu legen. Das bringt den Bau zum Brodeln“, sagt Achim Stachelhaus von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Der IG BAU-Branchensekretär für das Baugewerbe will damit von Franken aus ein „Bau-Protest-Signal“ nach Berlin senden. Dort wird am kommenden Freitag die Schlichtung im Tarifkonflikt fortgesetzt. Schlichter ist Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement.

Die IG BAU hatte ihn angerufen, um im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen den beiden Arbeitgeberverbänden der Bauwirtschaft, dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), und der Bau-Gewerkschaft zu vermitteln. Ein erstes Schlichtungstreffen zu Beginn dieser Woche hatte keine Einigung gebracht.

Für Achim Stachelhaus ist es ohnehin ein „starkes Stück“, dass es so weit gekommen ist: „In anderen Branchen gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind.“ Zudem sei die Lohnforderung der IG BAU vergleichbar mit der anderer Branchen: 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Deshalb, so der IG BAU-Branchensekretär für das Baugewerbe, machten die Bauarbeiter in Coburg mit ihrer „Bau-Pause“ eines noch einmal deutlich: „Ohne den Bau läuft nichts. Wohnungen fallen nicht vom Himmel. Und auch Straßen bauen sich nicht von allein. Nur wenn gebaut wird, können die Menschen wohnen und der Verkehr fließen.“