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Dachdeckerhandwerk: Verhandlungen zum Mindestlohn erneut vertagt

18.09.2017
Auch in der zweiten Verhandlung zum Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk am 14. September konnte kein tragfähiges Ergebnis erreicht werden. Eine nach der ersten Verhandlung eingerichtete Technische Kommission hatte in Vorbereitung der Verhandlung Formulierungsvorschläge für einen gut kontrollierbaren Mindestlohn 2 für Facharbeiter erarbeitet. Anspruch auf den höheren Mindestlohn besteht danach, wenn der Arbeitnehmer einen Gesellenabschluss oder eine entsprechende Qualifikation nachweisen kann.

Nach einer breiten Diskussion zur Wirkung eines Mindestlohns 2 im Wettbewerb wurde schließlich Einigkeit darüber erzielt, einen Mindestlohn 2 - wie von der IG BAU vorgeschlagen - einzuführen. Dieser soll sich an der Qualifikation des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin orientieren.

Strittig blieb bis zum Ende der Verhandlung die Höhe des Mindestlohns 2 und die Spreizung zwischen dem zukünftigen Mindestlohn 1 und 2. Als Hauptproblem in der Diskussion kristallisierte sich die große Differenz der in Ost und West aktuell gezahlten Durchschnittslöhne heraus.

Während sich die Löhne in Ostdeutschland kaum über dem Mindestlohn bewegen, sind die Durchschnittslöhne in Westdeutschland um vier Euro höher.

Die Ost-Vertreter auf Arbeitgeberseite brachten immer wieder ihre Bedenken zum Ausdruck, dass die Betriebe im Osten nicht überfordert werden dürfen. Das ist 27 Jahre nach der Wiedervereinigung nur schwer nachzuvollziehen.

Nach mehreren ergebnislosen Gesprächsrunden verständigte man sich darauf, die Verhandlung nochmals zu vertagen. Hier soll in den nächsten Tagen ein weiterer Verhandlungstermin