Bauhauptgewerbe


Der Tarifvertrag, der muss nun weichen, denn Kapital geht über Leichen

Trauerzug in Hessen gesichtet


© IG BAU
16.10.2017
Soeben erreichen uns Bilder von einer Trauerdelegation in Hessen, mit der die KollegInnen  der Gebäudereinigung spontan ihren Unmut über den drohenden Tarifverlust zum Ausdruck bringen wollten.Die hessischen KollegInnen befürchten, dass die Arbeitgeber in der morgigen fünften Tarifverhandlung wieder kein anständiges Angebot auf den Tisch legen werden. Denn trotz florierender Wirtschaft  und enormen Gewinnen in der Gebäudereinigung, boten die Arbeitgeber bisher lediglich ein paar Cent an Lohnsteigerungen für die Menschen an, die diese Gewinne erwirtschaften.

Aufgrund des bisherigen Verhaltens der Arbeitgeber, befürchten die an der Aktion beteiligten Kolleginnen, dass die Arbeitgeber sich gar nicht einigen wollen, um den Tarifvertrag auslaufen zu lassen. Denn sollte das tatsächlich passieren, würde in Zukunft für Reinigungskräfte nur noch der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde gelten und die Gewinne der Arbeitgeber wären so noch einmal um einiges höher.

Für die Trauerdelegation ging es deshalb mit der Straßenbahn zur Landesinnung der Gebäudereiniger in Frankfurt am Main. Für die neugierigen und etwas irritierten Mitreisenden gab es dazu einen Flyer. Von den Passagieren und Passanten gab es für die Trauerdelegation wiederum Verständnis, großen Zuspruch für die kämpfenden GebäudereinigerInnen und teilweise sogar Applaus.

Damit die Arbeitgeber bis morgen nicht vergessen um was es geht, haben die KollegInnen nach einer kurzen Andacht den Sarg samt Tarifvertrag vor der Innung stehen lassen.