Tarifbewegung Bauhauptgewerbe 2018


"Die Arbeitgeber igeln sich ein"

IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers (graues Jacket) freut sich über die Unterstützung aus Franken.
IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers (graues Jacket) freut sich über die Unterstützung aus Franken. © IG BAU
16.04.2018
Die Tarifverhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten am Bau kommen keinen Schritt weiter. „Die Arbeitgeber igeln sich ein“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers am Montagmittag. „Die Bauwirtschaft boomt. Mit dem Mini-Angebot der Arbeitgeber von Plus 1,65 Prozent im Westen und einem Angleichungsschritt für die Ostlöhne von 1,35 Prozent gehen wir nicht aus der Verhandlung.“

Große Unterstützung brachten Kolleginnen und Kollegen aus Franken vor das Verhandlungslokal in Berlin. Rund 70 Beschäftigte waren eigens angereist, um den Arbeitgebern deutlich zu machen: So geht es nicht!

Die Erwartungen der Bauleute sind hoch. Bei vollen Auftragsbüchern überfordern sechs Prozent mehr Lohn keinen Betrieb. Ebenso wenig ein volles 13. Monatseinkommen. Wegezeiten sind den Baubeschäftigten schon lange ein Dorn im Auge. Sie können sich schließlich nicht aussuchen, wo die Baustellen liegen. Diese Zeit muss ebenfalls vergütet werden.

Nicht mehr hören können sie die ständige Klage der Arbeitgeber über fehlenden Nachwuchs. Wenn es darum geht, die Ausbildung in der Branche attraktiver zu machen, sieht es mau aus. Auf vielen Kosten bleiben die Azubis sitzen. Die von der IG BAU geforderte Übernahme aller Ausbildungskosten lehnen die Arbeitgeber dennoch ab. Das passt aus Sicht der Beschäftigten nicht zusammen.