Landwirtschaft


Informationen per APP – Digitale Selbsthilfe für Wanderarbeitskräfte in der Landwirtschaft


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30.11.2017
Die Saat säen…das war das Motto der Auftaktveranstaltung eines zweijährigen europäischen Erasmus-Projekts in der IG BAU-Lounge in Berlin.

Beteiligte Organisationen in diesem Projekt sind Gewerkschaften, Beratungsinstitutionen für Wanderarbeitskräfte und Pädagogische Einrichtungen aus Entsende- und Aufnahmeländern: die IG BAU, der Europäischen Verband für Wanderarbeiter und der polnische Partner PSPM, die polnische Agrargewerkschaft ZZPR, die Landarbeiterkammer aus Österreich sowie die dänische Agrargewerkschaft 3F und die dänische Bildungseinrichtung Handeskooge.

Das Projektziel ist es, eine APP zu entwickeln und zu testen, die das Bewusstsein über Arbeitnehmer*innenrechte stärkt und gewerkschaftliche Organisierung, sowie Hilfe zur Selbsthilfe für die Durchsetzung der Arbeitsrechte unter Wanderarbeitskräften in der Landwirtschaft unterstützt. Unter der Trägerschaft der Agrargewerkschaft 3F aus Dänemark haben sich die Kolleg*innen drei Tage intensiv damit beschäftigt, wie eine APP für Wanderarbeitskräfte in Europa gestaltet werden kann.

Die Inhalte werden sich an den Hauptproblemen der Wanderarbeitskräfte orientieren: Mindestlohn, Abzüge und Gestaltung von Unterkünften und Verpflegung, Pausenzeiten sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz. Aus der Sicht der deutschen Partner IG BAU und EVW würde eine APP ihre Arbeit - vor allem die aufsuchende Arbeit auf den Feldern - sinnvoll ergänzen. Um die Möglichkeit einer selbst- oder gewerkschaftlichen Organisierung zu fördern, hat sich bei der aufsuchenden Arbeit herauskristallisiert, dass Information ein erster Schlüssel ist.

Eine Besonderheit dieser APP ist, das versucht wird, auch Menschen mit geringen Fähigkeiten im Bereich Lesen und Schreiben Informationen zugänglich zu machen. Es soll mit Möglichkeiten gearbeitet werden, die geschriebenen Texte ersetzen, wie zum Beispiel Videos, Bilder, Spiele und Symbole.

Dies ist auch eine gute Möglichkeit, Informationen über Sprachgrenzen hinweg zu vermitteln. Die APP wird in mehreren Sprachen erstellt. Auch Menschen mit geringen digitalen Kenntnissen sollen diese APP nutzen können. Dafür werden Menschen aus den Partnerorganisationen pädagogisch geschult, die solch eine APP dann in ihrer täglichen Arbeit verbreiten können.