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Tarifrunde im Gerüstbau-Handwerk: Verhandlungen abgebrochen


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 24.11.2017
Die Tarifverhandlungen für die rund 24 000 Gerüstbauer in Deutschland wurden gestern ohne Ergebnis abgebrochen. Eine von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) vorgeschlagene freiwillige Schlichtung haben die Arbeitgeber abgelehnt.

„Das Verhalten der Arbeitgeber ist nicht mehr nachvollziehbar und macht uns fassungslos“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. „Ihre offensichtliche Weigerung, sich auf ernstgemeinte Verhandlungen einzulassen und ihr Nein zur Schlichtung, lässt darauf schließen, dass sie von Anfang an kein Ergebnis erreichen wollten. Damit nehmen die Arbeitgeber harte Auseinandersetzungen in den Betrieben in Kauf. Jetzt bereiten wir Aktionen vor.“

Die Arbeitgeber haben in drei Verhandlungsrunden kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Zur Rechtfertigung verweisen sie auf angeblich zu hohe Kosten für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gerüstbau-Branche.

„Die Idee, dass man die Beschäftigten vor die Wahl stellt: Ihr Leben und ihre Gesundheit gegen angemessenen Lohn ist zynisch und menschenverachtend. Jeder Gerüstbauer, der auch nur einen Funken Berufsehre hat, macht da nicht mit“, sagte Schäfers. „Dazu kommt, dass das Kostenargument auch noch unehrlich ist. Denn in Wahrheit ist die Kostensteigerung für den Arbeitsschutz auf mehrere Jahre gestreckt und damit selbstverständlich für die Betriebe gut verkraftbar.“

Die IG BAU fordert eine Erhöhung des Ecklohns um einen Euro auf einen Stundenlohn von 16,80 Euro, sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Zudem will die IG BAU mit der Einführung eines Mindestlohnes II für Facharbeiten den Wettbewerb fair gestalten. Die Arbeitgeber sahen sich nicht in der Lage, ihren Beschäftigten mehr als zwei Mal ein Plus von einem Prozent über eine Laufzeit von zwei Jahren zu zahlen.

Der Lohntarifvertrag ist seit August des Jahres ausgelaufen. Der Branchenmindestlohn läuft – ohne Nachwirkung – Ende April 2018 aus.

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