Tarife


Tarifverhandlungen Xervon ergebnislos vertagt

07.12.2017
Am 5. Dezember haben die zweiten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Xervon GmbH in Lünen stattgefunden. Die IG BAU hat den Entgelttarifvertrag für die Beschäftigten der Xervon GmbH zum 30. Septemb2017 gekündigt. Die Xervon GmbH hat die Tarifverträge zum 13. Monatseinkommen und einer erfolgsabhängigen Jahressonderzahlung sowie den Tarifvertrag zur Übernahme der Ausbildenden zum 31. Dezember 2017 fristgerecht gekündigt.

Bereits in der ersten Verhandlung am 20. November wurde mit dem Tarifvertragspartner (UISVerband) abschließend geklärt, dass neben den gekündigten Tarifverträgen, der auslaufende Tarifvertrag zur Betriebsrätestruktur ebenfalls als Verhandlungsgegenstand mit aufgenommen werden muss. Man verständigte sich darauf, dass die Verhandlungen erst beginnen, wenn die Lohntarifvertragsverhandlungen zum Gerüstbau-Handwerk abgeschlossen sind.

Unsere Forderungen sind:

  • Das Eckentgelt (E 6) muss rückwirkend zum 1. Oktober um 1 Euro, von 17,35 auf 18,35 Euro steigen. Die anderen Entgeltgruppen steigen entsprechend ihrer Entgeltrelationen im Entgeltgitter. Wir wollen Einstiegslöhne zukünftig nicht mehr vereinbaren.
  • Einheitliches 13. Monatseinkommen auf Basis von 100 Prozent des Eckentgeltes der Entgeltgruppe 6 (derzeit 2.932,10 Euro). Von der erfolgsabhängigen Jahressonderzahlung würden wir in diesem Zusammenhang zukünftig Abstand nehmen.
  • Wir fordern eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreicher Prüfung. Wir sind bereit, im Rahmen der Personalplanung und der Mitbestimmung des Betriebsrats gem. § 92 BetrVG, die Anzahl der zu übernehmenden Auszubildenden tarifvertraglich zu vereinbaren.
  • Wir fordern eine Differenzierungsklausel für Mitglieder der IG BAU. Alle Mitglieder der IG BAU sollen zusätzlich 80,00 € pro Monat als Arbeitgeberanteil in ihre tarifliche Zusatzrente erhalten.
  • Der Tarifvertrag zur Betriebsrätestruktur muss in unveränderter Form für die nächste Amtsperiode des Betriebsrats ratifiziert werden.

Die Arbeitgeber finden unsere Forderungen überzogen und fühlen sich an die 70er Jahre erinnert und gehen bei unseren Forderungen von einer Einkommensverbesserung von rund 12 Prozent aus. Diese von ihnen angeführte Einkommensverbesserung konnten sie jedoch nicht anhand von Berechnungen darlegen. Dennoch konnten wir ihnen unter Androhung des Scheiterns, ein Angebot abringen.

  • Sie bieten uns einen neuen Entgelttarifvertrag für eine Laufzeit von 24 Monaten an. Die Entgelte sollen in zwei Stufen, linear des Eckentgeltes, im ersten Jahr um 1,5 Prozent steigen. Im zweiten Jahr der Laufzeit um weitere 1,5 Prozent. Ein verbessertes Angebot werden sie nur mit erneuten Einstiegslöhnen anbieten.
  • Grundsätzlich können sie sich über Verhandlungen eines 13. Monatseinkommens bereit erklären, sehen jedoch unsere Forderung derzeit für überzogen an. Sie müssen jetzt erst Berechnungen vornehmen, welche Belastungen durch unsere Forderung auf das Unternehmen zukommen wird.
  • Eine generelle unbefristete Übernahme der Auszubildenden lehnen sie ab. Ein Modell anhand der Personalplanung wollen sie überdenken, sehen derzeit aber keine Verbesserung gegenüber der alten Regelung, die eine Kündigung des Tarifvertrages nachgezogen hat.
  • Da sie keine Übersicht darüber haben, wie viele Verträge zur tariflichen Zusatzrente derzeit abgeschlossen wurden, können sie auch keine Zusagen zur Differenzierungsklausel machen. In einer weiteren Verhandlung hätten sie dazu ein fundiertes Hintergrundwissen, welches zu Berechnungen ihrerseits herangezogen werden kann.
  • Die Arbeitgeber wollen die Freistellungsregelungen für Betriebsräte in den Regionen auf das betriebsverfassungsrechtliche Niveau regeln. Das bedeutet: Vollfreistellungen ab einer Beschäftigtenzahl von 200 Arbeitnehmern. Bisher können sich die Betriebsräte ab 170 Beschäftigt voll freistellen.

Die Verhandlungen wurden auf den 22. Dezember vertagt.