Senioren


Tierisch was los

Seniorentag 2017 der Regionen Westfalen und Rheinland


© IG BAU (Ulrich Littek)
06.12.2017
Mitte September trafen sich im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse Seniorinnen und Senioren der IG BAU-Regionen Westfalen und Rheinland zum gemeinsamen Seniorentag. Ausrichter war der Bezirksverband Westfalen-Mitte-Süd. Der Seniorenvorsitzende Ulrich Littek begrüßte 136 Kolleginnen und Kollegen im Namen des Seniorenvorstandes und wünschte den Teilnehmern angenehme und schöne Stunden.

Herzlich begrüßt wurden als Gäste Carsten Burckhardt, Mitglied des IG BAU-Bundesvorstandes, und Bodo Matthey, Regionalleiter von Westfalen. Auch Friedhelm Kreft, Vorsitzender des Bezirksverbandes von Westfalen-Mitte-Süd, hatte es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein.

Kollege Peter Günnewig, der auf eine 42-jährige Tätigkeit in führender Position auf Haus Düsse zurückblicken kann, war der Organisator dieses Tages. Er stellte gleich zu Beginn den geschichtlichen Werdegang des Anwesens vor. Die Wasserburg wurde im Jahre 1641 von Adrian van der Düssen erbaut und dient heute der Landwirtschaftskammer NRW als zentrale Lehr- und Versuchsanstalt für Tier- und Pflanzenproduktion.

Danach trat Carsten Burckhardt ans Rednerpult und ging in seiner Rede unter anderem auf die Tarifverhandlungen Mindestlohn Bauhauptgewerbe ein. Er sprach von einer sehr hartnäckigen Verweigerungshaltung der Arbeitgeber. Sie wollen nur noch einen Mindestlohn für Ost und West.

Carsten beglückwünschte außerdem Friedhelm Flacke, langjähriger Vorsitzender der Senioren und jetziger Ehrenvorsitzender der Senioren von Westfalen-Mitte-Süd, zum 90. Geburtstag und würdigte seine beispielhafte Arbeit. Zum Ende seiner Rede appellierte er an alle Kolleginnen und Kollegen vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und eine demokratische Partei zu wählen.

Mittlerweile war es kurz nach 11 Uhr und es wurde gemeinsam gefrühstückt. Peter Günnewig kündigte Andreas Pelzer zum Thema „Tier im Blick“ an. Mit einem Power-Point-Vortrag stellte dieser tiergerechte, praxisnahe, kostengünstige und umweltgerecht Produktionsverfahren vor. Die Digitalisierung ist auch in der Landwirtschaft angekommen und wird sich wohl auch unaufhaltsam fortsetzen. Beispiel: In Dänemark gibt es schon einen Betrieb in der Milchwirtschaft, der voll automatisiert ist. Pelzer beantwortete auch kritische Fragen mit sachlich, fachlichen Argumenten.

Anmerkung: Die Tiere in der Landwirtschaft leben zu unserem Nutzen, deshalb muss es oberste Priorität sein, einen fürsorglichen Umgang zum Wohlergehen der Tiere nicht nur zu verbessern, sondern auch einzuhalten und zu kontrollieren. Nichts gegen den Fortschritt, der aber nicht zu Ungunsten der Tiere gehen darf. In Medien wird uns der Tieralltag mit Beiträgen über die Haltung und Behandlung von Tieren in der Landwirtschaft ganz nah in unser Gedächtnis gebracht. Als Verbraucher müssen wir uns fragen, ob wir noch Produkte von Tieren und die geschlachteten Tiere selbst, zu unserem Genuss ohne schlechtes Gewissen verzehren können.

Als nächster Referent wurde Herr Lüns angekündigt. Mit seiner lockeren, offenen Haltung fand er einen guten Einstieg in sein Thema: Milchwirtschaft.

Er sei bekennender Grüner und hat seinen Bauernhof vom Vater übernommen und auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Seitdem er die Umstellung vorgenommen hat, geht es ihm besser. Bearbeitet werden von ihm 68 Hektar Ackerfläche, davon 20 Hektar angepachtet. Eine eigene Vermarktung der Produkte findet statt. Der Einsatz von Spritzmitteln ist für ihn nicht akzeptabel. Heute spielt er mit seinen Kindern, wo er früher diese Zeit für das Aufbringen der Chemie vergeudete. An einem Beispiel konnte er die Erfolgssteigerung der Getreideproduktion erläutern. Seine Kühe werden nicht im Stall angebunden, sie sind 200 Tage im Jahr auf einer Weide.

Aber: „Landwirte mit Klein- und mittleren Betrieben können nicht mit der Konkurrenz mithalten. Reich werde ich mit meinem Hof nicht, aber ich bin zufrieden.“

Nach der anstrengenden Arbeit des zweistündigen Zuhörens konnten dann alle Teilnehmer das Mittagessen genießen.

Nach der Stärkung wurde eine Führung angeboten. „Wie werden Schweine und Rinder nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gehalten?“ Die Besichtigungsmöglichkeit fand großes Interesse.

Zum Abschluss des Tages konnten sich die Kolleginnen und Kollegen eine Reitvorführung ansehen. Mit zwei Pferden wurde die Handhabung für das Westernreiten gezeigt. Das situationsbedingte Reiten wurde während der Vorführung ausführlich erklärt. So zum Beispiel der Vorwärts- und Rückwärtsgang, das Bremsen und vieles mehr. Die Ausbildung für den Einsatz eines Pferdes zum Westernreiten benötigt 1 ½ Jahre. Die weiblichen Pferde sind für die Ausbildung besser geeignet.

Der Seniorentag 2017 endete bei guter Stimmung, trotz des trüben, aber regenfreien Frühherbstwetters. Der Seniorenvorstand von Westfalen-Mitte-Süd hat diesen Tag so gut gestaltet, dass er den Teilnehmern sehr gefallen hat und sie viele neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen konnten. Hieran wird man sich noch lange erinnern!

Ein Beitrag unseres Kollegen Ulrich Littek.