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Zwei Streiter für Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung geehrt

Kölner Geistliche: Der evangelische Pfarrer Hans Mörtter (l.) und der katholische Pfarrer Franz Meurer (r.).
Kölner Geistliche: Der evangelische Pfarrer Hans Mörtter (l.) und der katholische Pfarrer Franz Meurer (r.). © Dietmar Gust / IG BAU
Berlin, 09.10.2017
Eine klare Haltung zu beweisen, ist unbequem. Das erlebt der katholische Pfarrer Franz Meurer ebenso wie sein evangelischer Kollege Hans Mörtter immer wieder. Für sie ist es aber keine Option, es sich in der Wohlfühlecke bequem zu machen. Sie sehen die Ungerechtigkeit, den Hass und die Intoleranz nicht als gegeben an.

Deshalb gehen sie auch in die Auseinandersetzung – durchaus auch mit der eigenen Kirche. Und sie bewirken viel. Ihr Ruf als soziales Gewissen und Streiter gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit reicht inzwischen weit über die Grenzen ihrer Gemeinden in Köln hinaus. Für dieses vorbildliche Engagement verleiht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) heute auf der Eröffnungsveranstaltung ihres 22. Ordentlichen Gewerkschaftstages Franz Meurer und Hans Mörtter den Georg Leber-Preis für Zivilcourage. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. „Franz Meurer und Hans Mörtter sind zwei Pfarrer, die nahbar sind und Nächstenliebe nicht nur selbst leben, sondern die Menschen in ihrem Umfeld so aktivieren, dass Gemeinsamkeit entsteht“, sagte Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE in seiner Laudatio bei der Preisverleihung. „Es braucht eben immer Menschen wie sie, die nicht nur ihre Stimme erheben, sondern auch konkret etwas für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft tun, um uns auch ein wenig den Spiegel vorzuhalten, dass es in unserer Gesellschaft, die immer hastiger wird, immer entgrenzter, immer mehr auf den schnöden Mammon aus, anderer Werte, eines anderen Umgangs miteinander bedarf und letztlich auch einer anderen Politik.“

Der frühere Vorsitzende der Baugewerkschaft, Georg Leber, hatte sich als Gewerkschafter, Bundesminister und Katholik stets mit ganzer Kraft für eine freie, soziale und demokratische Gesellschaft eingesetzt. Freiheit setzt den Mut voraus, diese einzufordern. Deshalb sollen im Namen von Georg Leber Menschen geehrt werden, die in herausragender Weise Zivilcourage gezeigt haben und damit anderen als Vorbild dienen, für ihre Überzeugungen einzustehen.