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"Arbeitgebervorschlag muss noch ordentlich nachgebessert werden" - Erste Tarifrunde beendet

Baustelle
(Foto: emkanicepic / Pixabay)
11.05.2021
Pressemitteilungen 2021

"Nach einer intensiven achtstündigen Verhandlung haben uns die Arbeitgeber ein absolut unzureichendes Angebot vorgelegt." So kommentiert Carsten Burckhardt, Mitglied des Bundesvorstands der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die heutige Tarifverhandlung in Berlin.

"Für 24 Monate lediglich drei Prozent mehr Lohn und Gehalt werden der Leistung unserer Beschäftigten nicht gerecht. Zu einer Entschädigung der Wegezeit haben die Bauunternehmer überhaupt nichts gesagt. Lediglich bei einer Angleichung der Gehälter in Ost und West haben die Arbeitgeber eingesehen, dass es dafür eine Lösung geben muss", sagt Burckhardt, der auch der Verhandlungsführer der Arbeiternehmer*innen ist. "Da ist also noch erheblicher Nachbesserungsbedarf."

Die Bundestarifkommission der IG BAU hatte unlängst ihr Forderungspaket beschlossen: Danach sollen die rund 890 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen. Zudem soll das Modell für die Entschädigung der Wegzeiten, also der langen und meist unbezahlten Fahrten zur Baustelle, weiterentwickelt werden. Auch die Löhne, die im Osten von Deutschland bezahlt werden, müssen nach den Vorstellungen der Gewerkschaft den Westeinkommen angeglichen werden. Die Vertragslaufzeit soll ein Jahr betragen.

"Die IG BAU kann mit Selbstbewusstsein in die Verhandlungen gehen, denn die Baubranche boomt wie nie zuvor", erklärt Burckhardt. Mit 143 Milliarden Euro hat die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent erzielt, das sind zudem 77 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Und die Kurve nach oben wird immer steiler: Laut Ifo-Geschäftsklimaindex vom vergangenen Monat ist für das Bauhauptgewerbe insgesamt mit einem Plus von 2,3 Prozent zu rechnen, dem höchsten Wert seit einem Jahr.

Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 21.und 22. Juni 2021 in Mainz vorgesehen.

Erste Tarifverhandlungsrunde zwischen Bauunternehmer*innen und IG BAU in Berlin