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Aufruf der IG BAU zum Internationalen Frauentag am 8. März 2022: Die Ampel auf dem Holzweg - Keine Ausweitung der Minijobs

Frauentag
(Bild: IG BAU Frauen)
21.02.2022
Frauen

Seit Jahrzehnten fordern die Gewerkschaften die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro. Aus gutem Grund: Minijobs sind in der Regel keine Brücke in den regulären Arbeitsmarkt, noch  bieten sie Aufstiegsmöglichkeiten. Mehr als drei Viertel der Minijobber*innen haben einen Stundenlohn unter 12 Euro. Für viele Frauen sind sie der direkte Weg in die Altersarmut. Im Krisenfall sind die Minijobber*innen die ersten, die gekündigt werden. In der Corona-Krise sind über eine halbe Million Minijobs weggefallen. Die Betroffenen hatten weder Anspruch auf Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld. 

Anstatt der Förderung guter Arbeit erhöht die Ampel-Koalition zum 1. Oktober 2022 die Minijobgrenze von 450 auf 520 Euro und sorgt damit für die Ausweitung ungeschützter Beschäftigung. Es geht eben nicht nur um ein bisschen mehr Netto für Studierende oder Rentner*innen, wie Herr Lindner verkündet. Fast jeder fünfte Job in Deutschland ist ein Minijob - rund 7,3 Millionen Arbeitsverhältnisse. Die Erhöhung der Minijobgrenze birgt die Gefahr, dass sie noch mehr reguläre Arbeitsplätze verdrängen.
 
Alle Menschen brauchen soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und im Alter.  
 
Der DGB fordert, die gesetzliche Krankenversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung umzubauen. Die IG BAU hat seit langem ein Konzept für ein universelles Rentensystem vorgelegt, in das alle einzahlen und auf alle Formen von Einkommen Beiträge erhoben werden.  
 
Die IG BAU Frauen fordern darüber hinaus ein bedingungsloses Grundeinkommen in Form eines  Solidareinkommens. Es würde allen eine eigenständige Existenzsicherung ermöglichen, auch unbezahlte Arbeit honorieren – was insbesondere Frauen zugutekäme – und böte neue Chancen zu partnerschaftlicher Teilung aller Arbeit.  
 
Anstelle eines maroden Holzwegs, der traditionelle Rollenteilung stärkt, wollen wir einen Wandel zu fairer Arbeit und einem guten Leben – für Frauen, für Männer, für Alle!
 
 

Der Aufruf als PDF zum Herunterladen und Teilen.

Die Postkarten zum Herunterladen.