Blitzumfrage Gebäudereinigung
(© IG BAU)
25.03.2021
Gebäudereinigung

Seit Beginn der Corona-Pandemie stehen unsere Kolleginnen und Kollegen in der ersten Reihe im Kampf gegen den SARS-CoV-2 Erreger. Mit ihrer Arbeit schützen sie Leben! Doch der Schutz der Beschäftigten durch die Bereitstellung von Atemschutzmasken, Handschuhen und ausreichendem Arbeitsmaterial ließ und lässt zu wünschen übrig.

Dies zeigte eine Umfrage des PECO-Institut schon im vergangenen Jahr. Mit unserer Corona Blitz-Umfrage wollten wir deshalb von Euch wissen, wie die aktuelle Lage in den Objekten ist und wie gut Ihr Euch vor einer Ansteckung mit Corona geschützt fühlt. Die Ergebnisse weisen, nach über einem Jahr der Pandemie, auf deutlichen Handlungsbedarf in vielen Bereichen hin.

Zu wenig Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Arbeitsmaterial

Noch immer gibt beinahe die Hälfte der Befragten (47 Prozent) an, von der*dem Arbeitgeber*in nicht genug geeignete Atemschutzmasken zu erhalten. Besonders schlecht sieht das Ergebnis in Kindertagesstätten und Schulen aus. Hier sagt nur einer von vier Befragten, dass geeignete Schutzmasken in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Auch die Versorgung mit geeignetem Desinfektionsmittel und Arbeitsmaterial bezeichnet fast die Hälfte der Befragten als nicht ausreichend (45 Prozent).

Umfrage
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Studie Gebäudereinigung
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Wo Schutzausrüstung, Material und Corona-Tests fehlen, steigt die Angst vor einer Infektion – Handlungsbedarf besonders in Schulen und Kitas!

Die oft mangelhafte persönliche Schutzausrüstung führt bei den Kolleginnen und Kollegen in der Folge auch zu einer größeren Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus. Allgemein fühlen sich über die Hälfte der Befragten (51,8 Prozent) durch die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz schlecht oder überhaupt nicht vor einer Ansteckung mit Corona geschützt. Nur jede*r Zehnte der Befragten gab an, sich sehr gut vor einer Infektion geschützt zu fühlen. Noch schlechter sieht es wieder im Bereich der Reinigung von Schulen und Kitas aus. Hier fühlen sich drei von vier Kolleginnen und Kollegen schlecht oder überhaupt nicht geschützt (72,3 Prozent).

Studie Gebäudereinigung
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Gute Ausrüstung und kostenlose Corona-Tests erhöhen das Sicherheitsgefühl deutlich

Es gibt aber auch positive Beispiele, die verdeutlichen, dass es auch anders geht. So zeigte unsere Umfrage, dass sich die im medizinischen Bereich beschäftigten Reinigungskräfte im Vergleich zu den übrigen Befragten besser geschützt fühlen. 83,5 Prozent fühlen sich in diesem Bereich sehr gut (54,6 Prozent) oder gut geschützt (28,9 Prozent). Die Gründe hierfür liegen bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse auf der Hand.

Im Gegensatz zu den Beschäftigten in Schulen, Kitas und anderen Reinigungsobjekten, gaben unter den Kolleginnen und Kollegen die einem Krankenhaus, einer Reha-Klinik oder in einem Alten- und Pflegeheim arbeiten nur rund 10 Prozent an, nicht genug Schutzmasken oder Reinigungsmittel zu bekommen. Ein weiterer großer Unterschied: Fast 90 Prozent der Befragten in diesen Bereichen bekommen von Arbeitgeber*innen oder Kund*innen die Möglichkeit, sich kostenlos auf Corona testen zu lassen. Dementsprechend besser fühlen sich die Reinigungskräfte auch vor einer Infektion geschützt. Aber auch im medizinischen Bereich zeigt sich noch Verbesserungsbedarf. So wurde in 15 Prozent der Fälle, in denen das medizinische Personal geimpft wurde, den Reinigungskräften keine Impfung angeboten.

Angesichts des engen Kontakts zu einer Vielzahl an Patientinnen und Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen, muss hier noch dringend nachgebessert werden und das Bewusstsein für die wichtige Aufgabe der Reinigungskräfte im medizinischen und pflegerischen Alltag geschärft werden, denn Sauberkeit rettet Leben!

Licht und Schatten im Gebäudereiniger-Handwerk

Insgesamt vermittelt die Umfrage ein differenziertes Stimmungsbild innerhalb der Branche und zeigt damit Licht und Schatten im Gebäudereiniger-Handwerk. Da, wo die Arbeitgeber*innen ihrer Verantwortung zum Schutz der Beschäftigten nachkommen, fühlen sich die Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit sicherer. Der Schutz der Reinigungskräfte ist dabei allerdings kein Selbstzweck, denn nur wer seine Mitarbeiter*innen effektiv vor einer Ansteckung schützt, kommt auch seiner Verantwortung gegenüber den Kund*innen und vor allem den ihnen anvertrauten Menschen nach.

Der Schutz der Beschäftigten muss an erster Stelle stehen

IG BAU Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux betont in diesem Zusammenhang, dass der Schutz am Arbeitsplatz und die Gesundheit der Beschäftigten an erster Stelle stehen müssen. "Reinigungskräfte arbeiten bei Kunden, daher müssen die Reinigungsbetriebe die Bedingungen dort kennen. Sobald es den Hinweis von Mitarbeitern gibt, nicht ausreichend geschützt zu sein, muss reagiert werden."  Laux stellt besonders hervor, dass die Tätigkeit der Reinigung Leben rettet, "deshalb haben wir das Motto in die Öffentlichkeit gestellt. Es muss immer wieder erinnert werden, wie grundsätzlich wichtig diese Tätigkeit ist. Die Corona-Pandemie hat uns alle wachgerüttelt, wir dürfen dies auch in Zukunft nicht vergessen."

*Anmerkung: An der Umfrage beteiligten sich 763 Teilnehmer