Dienstleistungen
27.04.2020
Gebäudereinigung

Die Corona Krise stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Im Eiltempo beschloss der Bundestag milliardenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft. Für die Beschäftigten bleibt oft nur der Weg in die Kurzarbeit.

Doch in vielen Berufen sind die Gehälter so gering, dass 60 oder 67 Prozent des letzten Netto-Entgelts nicht zum Leben reichen. Viele Arbeitgeber*innen lehnen die Forderung der Gewerkschaften nach einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes ab.

Aber es gibt auch positive Bespiele von Betrieben, die ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen nachkommen. So haben jüngst einige Dienstleistungs- und Gebäudereinigungsunternehmen mit ihren Betriebsräten Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten trotz Kurzarbeit besser stellen. Das zeigt wieder einmal: gute Betriebstäte machen vor allem in der Krise den Unterschied. Diese Beispiele sollten Schule machen! Deshalb stellen wir Euch hier die Eckpunkte verschiedener Betriebsvereinbarungen kurz vor:

  • ISS – Um die finanziellen Auswirkungen auf die MitarbeiterInnen bei ISS abzufedern, wurde eine Aufstockung zum Kurzarbeitergeld (KuG) von bis zu 80 Prozent gemäß folgender Tabelle vereinbart:

Sollte nach Abschluss dieser Betriebsvereinbarung durch den Gesetzgeber beschlossen werden, dass entweder das Kurzarbeitgebergeld (KuG) erhöht wird oder der Staat den Arbeitgeber*innen Aufstockungen zum Kurzarbeitergeld (teilweise) ersetzt, dann erhöht die*der Arbeitgeber*in die Aufstockungsbeiträge um bis zu maximal 10 Prozent auf maximal 90 Prozent der pauschalierten monatlichen Nettoentgeltdifferenz.

  • Plural / Compass Group – Auch bei der Compass Group vertritt der Betriebsrat die Meinung, dass 60 Prozent beziehungsweise 67 Prozent des letzten Entgelts für die meisten Beschäftigten der Branche ein finanzielles Problem sei. Daher schloss der Betriebsrat eine Rahmenvereinbarung mit dem Arbeitgeber zur Kurzarbeit ab, in der das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufgestockt wird. Die Aufstockung gilt für alle Sparten des Unternehmens.
  • APLEONA GmbH – Bei APLEONA hat der Konzernbetriebsrat (KBR) eine Rahmenvereinbarung Pandemie, einen Vorschlag für Kurzarbeit und Homeoffice abgeschlossen. Die Betriebsvereinbarungen Kurzarbeit und Homeoffice werden regional abgeschlossen. Sie orientieren sich an dem Vorschlag des Konzernbetriebsrats. Die Aufstockung beträgt 10 Prozent.
  • Vinci Energies Deutschland (VED) – Bei VED hat der KBR ebenfalls eine Konzernbetriebsvereinbarung (KBV) Pandemie, Kurzarbeit (inklusive einer Musterberechnung Zuschlag Kurzarbeit) und mobiles Arbeiten abgeschlossen. Der Aufschlag auf das Kurzarbeitergeld beträgt 10 Prozent der bereits in der KBV Pandemie verankert ist. Zur VED gehören unter andrem Vinci Facilitys, die G+H Group sowie Isolierung Leipzig.

Sowohl bei Vinci Energies Deutschland wie auch bei der APLEONA GmbH gibt es zu der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes noch jeweils einen „Härtefallfond“ für besonders betroffene Mitarbeiter*innen.

  • SPIE GmbH – Bei der SPIE GmbH wurde der Rahmentarifvertrag (RTV) befristet verändert. Begleitend dazu, hat der Gesamtbetriebsrat (GBR) eine Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) zur Kurzarbeit abgeschlossen in der ebenfalls eine Aufstockung um 10 Prozent festgeschrieben wurde.
  • BELFOR Deutschland GmbH –  Bei BELFOR hat man sich darauf geeinigt, eine Aufstockung von 500,- Euro zu zahlen. Auf Grundlage der Eckentgeltgruppe 6 entspricht dies 80 Prozent. Für die unteren Lohngruppen erhöht sich der prozentuale Anteil, für die Besserverdienenden verringert er sich. Somit hat man versucht, es ein wenig gerechter zu machen und denjenigen, die weniger verdienen, mehr zukommen zu lassen.