Seitenpfad:

Erste Frau an der Spitze der europäischen Agrargewerkschaften

Valentina Peter Arnd
Von links: Valentina Vasilionova, Pater Kae Holm und Arnd Spahn. © Pietro Ruffolo
24.10.2019
Internationales

Einstimmig wurde Valentina Vasilionova von der FNSZ/CITUB aus Bulgarien zur neuen Präsidentin des Agrarsektors des Europäischen Verbands der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften (EFFAT) gewählt. Zuvor wurde Peter Kae Holm, der 18 Jahre die europäischen Agrargewerkschaften erfolgreich angeführt hat, würdevoll verabschiedet.

In seiner Amtszeit erhielt der Agrarsektor in der EFFAT sein eigenständiges Profil, insbesondere durch die Vertretung klarer Positionen zur Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, der europäischen Zusammenarbeit  bei der Bekämpfung von Ausbeutung von Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft oder beim Einsatz für mehr und besseren Arbeitsschutz für die Landarbeiterinnen und Landarbeiter.

Mit Valentina wählten die Delegierten der Agrarversammlung eine Kollegin, die sich seit Jahren für die Rechte der Saisonarbeitskräfte auf europäischer Ebene engagiert, aber auch in ihrem Land als Vizepräsidentin der FNSZ für die Rechte der Landarbeiterinnen und Landarbeiter einsetzt. Als erster Vizepräsident wurde Emilio Térron Ruiz, Fica-UGT in Spanien, sowie als  zweite Vizepräsidentin Riikka Vasama, Teollisuusliitto Finnland, gewählt.

Aber auch inhaltlich wurde gearbeitet. Der ebenfalls wieder gewählte Agrarsekretär Arnd Spahn stellte den aktuellen Vorbereitungsstand des 5. EFFAT-Kongresses am 6. und 7. November 2019 in Zagreb, Kroatien, vor. Dazu legte das Sekretariat eine Entschließung über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vor, die von der Versammlung gebilligt wurde.

EFFAT-Agrarsekretär Arnd Spahn präsentierte den Tätigkeitsbericht des Sektors und konzentrierte sich dabei auf die Reform der Europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und die neue Richtlinie über transparente und verlässliche Arbeitsbedingungen (TPWC), ehemals „written statement directive“.

Hier versprechen sich die Agrargewerkschaften künftig Verbesserungen in Hinblick auf die Klarheit und Transparenz von schriftlichen Arbeitsverträgen, insbesondere bei der saisonalen Beschäftigung.

Berichtet wurde auch über die Aufnahme der Tätigkeit der Europäischen Arbeitsmarktbehörde (ELA). Sie soll dafür sorgen, dass die Regelungen der Europäischen Union zur Mobilität von Arbeitskräften auf gerechte, einfache und effektive Weise angewendet werden. Nun kommt es darauf an, die Arbeit der Behörde kritisch zu begleiten.

Als erstes wurden, auch von der IG BAU, konkrete Fälle von Arbeitsrechtsverstößen vorgelegt, die von der Arbeitsverwaltung bearbeitet werden sollen. Ob diese Behörde hilft, faire Arbeitsbedingungen grenzüberschreitend zu verbessern oder ob es ein nur zahnloser Tiger wird, bleibt offen.

 

Ein Bericht unseres Kollegen Thomas Hentschel