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Erste Verhandlungsrunde Floristik Bund: Abbruch der Verhandlungen – Annährung im Tarif West, scharfe Zurückweisung Arbeitgebervorschlag für Tarif Ost

Floristik
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zplusz

29.06.2022
Forst- und Agrarwirtschaft

Am 28. Juni 2022 hat die erste Verhandlungsrunde zwischen den Tarifvertragsparteien aus IG BAU und dem Fachverband Deutscher Floristen (FDF) stattgefunden. Nachdem sich der FDF in der Sondierung am 10. Juni 2022 nur sehr zaghaft tariflich äußerte, hat er nun folgendes Angebot unterbreitet:

Für den Tarif Floristik West:
  
 Zum 1. Juli 2022Zum 1. Juli 2023Steigerung in Prozent
A1/A2-- 
A3 (Ecklohn)2160 Euro (12,78 Euro/Stunde)2203,20 Euro (13,03 Euro/Stunde)10 Prozent auf zwei Jahre
A4 (125 Prozent)2700 Euro (15,97 Euro/Stunde)2754 Euro (16,30 Euro/Stunde)12,15 Prozent auf zwei Jahre
A5 (133 Prozent)2872,80 Euro (17 Euro/Stunde)2930,25 Euro (17,33 Euro/Stunde)12,15 Prozent auf zwei Jahre
Für den Tarif Floristik Ost:
  
A1/A212,05 Euro / Stunde  
A3 (Ecklohn)12,10 Euro / Stunde  
A4 (125 Prozent)12,20 Euro / Stunde  
A5 (133 Prozent)12,30 Euro / Stunde  

Den Vorschlag für den TV Ost hat die IG BAU Tarifkommission (TK) entschieden und scharf zurückgewiesen. Außerdem wurde transparent kommuniziert, dass ein Abschluss in diesen Sphären gar nicht erst angestrebt werden kann.  

Die IG BAU TK hat ihre Grundpositionen erneut in die Verhandlung getragen:

  • Facharbeiter*innen in der Eckentgeltgruppe sollten einen merkbaren Unterschied zum gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro verdienen.
  • Die aktuellen Auszubildendenvergütungen in der Floristik sind ebenfalls wie die Entgelte im untersten Niedriglohnbereich und müssen unbedingt aufgewertet werden.
  • Wir erwarten endlich einen Branchenmindestlohn!
Für den Tarif Floristik West:
  
 Zum 1. Juli 2022Zum 1. Juli 2023Steigerung in Prozent
A1/A22160 Euro (12,78 Euro/Stunde) Branchen-ML  22,30 Prozent
A3 (Ecklohn)2281,50 Euro (13,50 Euro/Stunde)2366 Euro (14 Euro/Stunde)17,70 Prozent auf zwei Jahre
A4 (125 Prozent)2851,87 Euro (16,87 Euro/Stunde)2957,50 Euro (17,50 Euro/Stunde)17,77 Prozent auf zwei Jahre
A5 (133 Prozent)3034,39 Euro (17,95 Euro/Stunde)3146,78 Euro (18,62 Euro/Stunde)17,77 Prozent auf zwei Jahre
  • Der FDF bietet zwar eine Steigerung der Entgelte im Durchschnitt um 11 Prozent über zwei Jahre an, jedoch reicht auch dies nicht, um gebührenden Abstand zu einem gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro zu haben. Ein Resultat aus jahrelanger Niedriglohnpraxis.
  • Unser Gegenvorschlag sieht im Durchschnitt rund 19 Prozent mehr Entgelt vor. 
  • Insbesondere das finale Eckentgelt von 14 Euro halten wir für ausgesprochen wichtig, gepaart mit einer Auszubildendenvergütung im 3. Jahr von mindestens 1000 Euro, um auch zukünftig die Branche für Nachwuchskräfte attraktiv gestalten zu können.

Nach unserem Gegenvorschlag, den wir ebenfalls substantiiert mit Argumenten untermauern konnten, wurde die Verhandlung abgebrochen. Die nächste Verhandlungsrunde wird am 11. Juli 2022 in Gelsenkirchen stattfinden.  
 
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